Bei einer Aktion im Oktober haben die Bürger Hunderte Unterschriften gesammelt. Foto: z

Die Kritiker von zwei wuchtigen Neubauten an der Tuttlinger Straße in Sillenbuch sind nächste Woche beim Oberbürgermeister zu Gast.

Sillenbuch - Sie rechnen damit, dass sie fünf bis zehn Minuten mit dem Oberbürgermeister haben. Die fünf Sillenbucher Familien wollen sich daher genau überlegen, wie sie die Zeit nutzen. Susanne und Ulrich Karck wehren sich zusammen mit ihren Nachbarn gegen ein Bauvorhaben an der Tuttlinger Straße 22. Über ihre Argumente wollen sie nun mit Fritz Kuhn sprechen. Der Termin mit dem OB ist am Mittwoch, 27. November, so der Stadtsprecher Sven Matis.

Die Karcks und die anderen stören sich an den Ausmaßen der beiden in ihrer Nachbarschaft geplanten Gebäude. Zwei 14 Meter hohe Neubauten sollen ein schmales Einfamilienhaus ersetzen. Zudem befürchten die Anwohner ein Parkchaos.

Fünf Familien gründen Bürgerinitiative

Vor Kurzem haben die fünf Familien eine Bürgerinitiative gegründet. Diese hat während der vergangenen Wochen Unterschriften gegen das Vorhaben an der Tuttlinger Straße gesammelt. Nach aktuellem Stand haben 1050 Sillenbucher ihren Namen für die Sache gegeben. Die Liste der Unterzeichner werden sie dem OB persönlich übergeben.

Ulrich Karck kann nicht einschätzen, ob sich das Projekt mit ihrem Widerstand verhindern lässt. „Es hängt davon ab, wie intensiv sich die Politik mit dieser Thematik beschäftigen wird“, sagt er. Auf der politischen Ebene ist der Bürgerprotest jedenfalls angekommen. Zum einen hat die CDU-Fraktion im Bezirksbeirat die Stadtverwaltung jüngst gebeten, das beratende Gremium über die Vorgänge an der Tuttlinger Straße zu informieren. Die Antwort der Stadt Stuttgart dazu steht noch aus.

Die Freien Wähler schreiben einen Antrag

Zum anderen haben sich die Freien Wähler im Gemeinderat der Sache angenommen. Sie haben die Bedenken der Sillenbucher Bürger in einem Antrag aufgegriffen. „Im Bezirksbeirat und in der Sillenbucher Bevölkerung gibt es Irritationen und große Bedenken wegen eines Wohnbauprojekts an der Tuttlinger Straße“, schreiben die Freien Wähler in dem Papier und fordern „einen Bericht im UTA über die Genehmigungsfähigkeit und den Sachstand zu diesem Projekt“.

UTA ist das Kürzel für den gemeinderätlichen Ausschuss für Umwelt und Technik. Es ist zu hören, dass das umstrittene Bauprojekt in der Sitzung des Gremiums am Dienstag, 19. November, im nicht öffentlichen Teil hätte besprochen werden sollen. Dazu ist es aber – mangels Vorbereitung – nicht gekommen. Stattdessen soll das Thema als Punkt auf der Tagesordnung der nicht öffentlichen UTA-Sitzung am 3. Dezember stehen. „Der Antrag der Freien Wähler ist Anlass, das Genehmigungsverfahren nochmals ausführlicher zu besprechen“, sagt der Stadtsprecher.

Angst, dass die Zeit davonläuft

Die Karcks und ihre Mitstreiter von der Tuttlinger Straße befürchten, dass ihnen die Zeit davonläuft. „Da der 25. November als Stichtag für die Bewilligung beziehungsweise Abweisung des Bauvorhabens gilt, hoffen wir hier auf eine schnelle Lösung“, sagt Susanne Karck. Sven Matis bestätigt, dass der nächste Montag, 25. November, tatsächlich die Frist ist, die das Baurechtsamt dem Bauherren genannt habe. Bis spätestens dahin sollte der Bauantrag eigentlich bearbeitet sein. Das verschiebt sich nun etwas. „Es wird keine Genehmigung erlassen, bevor der Gemeinderat nicht über das Verfahren und das Vorhaben informiert wurde“, sagt Matis.

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