Hat Großes vor mit dem MTV Stuttgart: Turner und Mannschaftskapitän Sebastian Krimmer Foto: Baumann

Der MTV Stuttgart startet bei den Männern und den Frauen als Deutscher Meister in die neue Runde – und hat auch in diesem Jahr Großes vor, wie Kapitän Sebastian Krimmer betont.

Herr Krimmer, am Wochenende startet die neue Saison in der Turn-Bundesliga. Sind Sie schon aufgeregt?
Wir sind alle gut drauf, alle freuen sich, dass es wieder losgeht. Mit dem Aufsteiger TSV Monheim haben wir zu Beginn nicht die schwerste Aufgabe. Wir werden bestimmt gleich den ersten Sieg einfahren.
Der MTV Stuttgart geht als Deutscher Meister in die Saison. Das Ziel kann da ja nur die Titelverteidigung sein, oder?
Natürlich. Wir wollen die Meisterschaft wieder nach Stuttgart holen, keine Frage. Wir wollen auf jeden Fall ins große Finale, und dann schauen wir mal, ob es was wird mit der Titelverteidigung.
Welche Gegner schätzen Sie denn besonders stark ein?
Die KTV Straubenhardt hat kräftig aufgestockt, und auch die TG Saar ist nicht zu unterschätzen. Die restlichen Teams sind alle schlagbar.
Sie sprechen die KTV Straubenhardt an. Dorthin wechselte Marcel Nguyen. Freuen sie sich schon auf das Duell?
Marcel hat ein gutes Angebot bekommen. Eine Turnkarriere ist auch nicht besonders lange, deshalb muss man schon auch schauen, wo man am besten verdient. Wenn wir gegen Straubenhardt gewinnen sollten, wäre das schon super. Denn es macht ja auch Spaß, Marcel ein bisschen damit zu necken.
Fabian Hambüchen wechselt zur neuen Saison nach Stuttgart und ersetzt Marcel Ngyuen. Was bedeutet das für den MTV?
Wir sind froh, dass wir den Abgang von Marcel so kompensieren können. Bei Fabi weiß man immer, woran man ist. Er sagt in der Halle an, was Sache ist, und das zieht er durch. Für ihn war wohl das Paket, das ihm der MTV bieten konnte, entscheidend für den Wechsel. Dass er vom Schwäbischen Turnerbund nach seiner aktiven Zeit eine Trainerstelle finanziert bekommt und dass die Trainingsvoraussetzungen stimmen, hat den Ausschlag gegeben.
Was macht denn den Turn-Standort Stuttgart so besonders?
Die Trainingsbedingungen mit dem Kunstturnforum sind optimal. Die Halle ist auf dem neusten Stand. Außerdem hat man hier den Anspruch, auch immer wieder Turner in die Nationalmannschaft zu bringen. Deshalb bringt der MTV auch immer wieder neue Talente hervor, die den Sprung nach ganz oben schaffen. Außerdem ist das Engagement der Stadt Stuttgart sicherlich auch ein wichtiger Faktor.
Und der Name Hambüchen ist ein weiteres Argument?
Mit Fabian Hambüchen wird der Standort sicherlich noch attraktiver. Wenn Fabi dann hier Trainer ist, ist das sicherlich ein Ansporn für junge Talente, unter ihm zu trainieren. Und auch im Hinblick auf die Stuttgarter WM-Bewerbung 2019 ist es ein Vorteil, so einen prominenten Turner im Team zu haben.
Mit Rotterdam gibt es da einen weiteren Bewerber. Wie schätzen Sie die Chancen ein, die WM nach Stuttgart zu holen?
Wie gesagt, mit Fabi haben wir ein Gesicht für die WM. Aber mit Epke Zonderland, dem Reck-Olympiasieger, hat auch Rotterdam einen prominenten Namen zu bieten. Ich denke, Stuttgart hätte es verdient, nach 2007 wieder eine WM auszurichten. Mit unserem Trainer Waleri Belenki haben wir noch einen Trumpf in der Hinterhand. Er wird seine Kontakte in der ganzen Welt spielen lassen. Dann klappt das sicher mit der WM in Stuttgart.
Zumal Rotterdam die Wettkämpfe schon im Jahr 2010 ausgerichtet hat.
Ja, meiner Meinung nach ist Stuttgart im Zuge einer deutschen Bewerbung mal wieder an der Reihe. Ich habe die WM 2007 als Zuschauer hier mitbekommen. Die Organisation war großartig, was da auf die Beine gestellt wurde, war phänomenal. Auch der MTV würde sicherlich von einer WM profitieren. So würde der Standort Stuttgart für Sponsoren, Zuschauer und Sportler noch attraktiver werden.
Sie selbst haben in der vergangenen Saison viel mit Verletzungen zu kämpfen gehabt. Sind Sie wieder topfit?
Ja, mir geht es super. Mein Ziel war es die EM gut zu überstehen. Das hat geklappt. Und jetzt will ich alles in die neue Saison reinlegen.
Als Kapitän des Teams haben Sie nun auch mehr Verantwortung.
Ja, aber ich freue mich auch über das neue Amt. Ich bin froh, dass mir Thomas Andergassen den Posten abgetreten hat. Er hat als Trainer jetzt einfach nicht mehr den Bezug zu den Jungs. Ich kann mit meinen Mannschaftskollegen einfach ein bisschen offener sprechen – auch über Dinge, die nicht so gut laufen.
Was wird für Sie denn konkret anders?
Ich bin der Verbindungsmann zwischen den Jungs, den Trainern und dem Verein. Wenn irgendjemand ein Problem hat, kommt er zu mir, und ich ­gebe das dann weiter. Und es gibt eigentlich immer ­jemanden, der nicht zufrieden ist.
Auch das Frauen-Team des MTV Stuttgart ist amtierender Deutscher Meister. Wie schätzen Sie deren Chancen ein?
Bei den Frauen gibt es wenig zu diskutieren: Sie sind unangefochten die Nummer eins in Deutschland. Die Mannschaft will und wird ihren Titel verteidigen. Und wegen des anhaltenden, konstanten Erfolgs kommen eben Leute wie Top-Turnerin Elisabeth Seitz von Mannheim zum MTV Stuttgart.
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