Turnen Kim Bui nimmt Kurs auf London

Von Hannah Kluwe 

Die Turnerin arbeitet nach ihrem Kreuzbandriss am Comeback, doch der Weg ist noch weit.

Stuttgart - Im Februar hat sich Kim Bui das Kreuzband gerissen, eine Verletzung, die die Turnerin nur kurz aus der Bahn warf. Jetzt schuftet sie fürs Comeback - und für ihren Traum von Olympia 2012.

Sie ist Deutschlands Vorzeigeturnerin und ein richtiges Stehaufmännchen. Kim Bui (21, Ehningen) hat mal wieder mit einem Rückschlag zu kämpfen, doch Frust, Resignation und Motivationsprobleme kennt die deutsche Mehrkampfmeisterin nicht. Sie nimmt es, wie es kommt, und kämpft unbeirrt weiter. 2011 will sie wieder voll angreifen.

Mit Rückschlägen kennt sich Kim Bui nämlich aus. Ebenso gut weiß sie, wie man sie wegsteckt und wieder aufsteht. Bundestrainerin Ulla Koch hatte die Ehninger Turnerin bei der WM 2007 in Stuttgart und bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking zur Ersatzturnerin degradiert - obwohl Bui Deutsche Meisterin im Sprung und am Boden war. "Das war schon hart", erzählt sie. Doch Kim Bui zeigte wahre Nehmerqualitäten und kam 2009 stark wie nie zurück: Bei der deutschen Meisterschaft stand sie fünfmal auf dem Treppchen, die WM beendete sie als beste Deutsche, beim DTB-Pokal in der Stuttgarter Porsche-Arena feierte sie am Stufenbarren ihren ersten Weltcupsieg.

Auf ein ähnliches Comeback hofft Kim Bui auch jetzt. Auch wenn der Rückschlag diesmal ein ganz anderer ist. Am 16. Februar dieses Jahres beim Abendtraining im Stuttgarter Kunst-Turn-Forum (KTF) ist es passiert: Bei einem Überschlag gestreckt mit doppelter Schraube kam sie unglücklich auf. "Es hat im linken Knie geschnalzt und höllisch wehgetan. Ich habe geschrien und schon befürchtet, dass es was Schlimmes ist", erinnert sich Bui. Als sie nach der Untersuchung in der Klink vom Behandlungstisch geklettert ist und ihr Knie zur Seite wegknickte, wurde aus der Befürchtung Gewissheit: "Da ist wirklich was kaputt." Die Diagnose: Kreuzbandriss. Die Prognose: mindestens sechs Monate Pause. 

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