Tarkan Dogan, ehemaliger Deutscher Jugendmeister, Foto: Qingwei Chen

Die jungen Sportler der Wettkampf- und Trainingsgemeinschaft starten am 23. Februar in die Bezirksliga Nord und möchten am Ende der Saison das Liga-Finale erreichen. Ihr mittelfristiges Ziel ist die Oberliga.

Renningen - Die Turner der Wettkampf- und Trainingsgemeinschaft WTG Heckengäu haben ein großes Ziel vor Augen. „In vier oder fünf Jahren möchten wir in der Oberliga sein“, sagt Wayne Jaeschky, WTG-Geschäftsführer und Trainer des jungen Liga-Teams. Das sei ein ganz realistisches Vorhaben, meint er, obwohl die Leistungsturner erst in der Bezirksliga mitmischen und über die Landes- und Verbandsliga noch einen sehr langen Weg vor sich haben. „Wir haben gute und motivierte Leute und trainieren fünfmal pro Woche, einmal davon im Leistungszentrum Ruit, das Potenzial und die Voraussetzungen sind da“, so Jaeschky, der hauptberuflich als Lehrer tätig ist. Das Team brauche allerdings noch ein bisschen Zeit, um Sicherheit und Routine bei den Kürübungen zu bekommen.

Die WTG Heckengäu, ein Zusammenschluss der Vereine SpVgg Renningen, TSV Gärtringen und seit 2013 auch der TSG Leonberg, startet am 23. Februar in die neue Ligarunde. Gleich zum Auftakt hat die Mannschaft Heimrecht und erwartet in der Renninger Stadionsporthalle um 16.30 Uhr den SV Ostfildern. Die weiteren Vereine in der Bezirksliga Nord sind die TG Ingersheim/Sersheim, der MTV Ludwigsburg, SGV Murr, GSV Erdmannhausen und der VfL Waiblingen. Das Ligafinale der potenziellen Aufstiegs – und Abstiegskandidaten der höheren Klasse findet dann am 3. Mai in Bolheim bei Heidenheim statt. „Nach der Zuteilung in die Nordstaffel sind dort alle Gegner noch Unbekannte für uns, und das wird besonders spannend“, sagt Wayne Jaeschky, „wir wollen ganz vorne mitmischen und uns durch Platz eins oder zwei für das Ligafinale qualifizieren“.

In dieser Saison hat die WTG Verstärkung bekommen. Andreas Tasis war bis zu seinem studienbedingten Umzug vor eineineinhalb Jahren von Griechenland nach Deutschland Mitglied der griechischen Junioren-Nationalmannschaft. Der 21-Jährige, der sich einen Kreuzbandriss zugezogen hat, wird vorerst allerdings nur zwei Wettkämpfe bestreiten können, dann steht seine Operation an. Schwere Abgänge am Pauschenpferd, am Barren oder an den Ringen muss er also tunlichst vermeiden. Tasis wird nicht nur das Leistungsteam der WTG aktiv unterstützen, sondern kümmert sich bei der TSG Leonberg, wo er auch gemeldet ist, um den turnerischen Nachwuchs im männlichen Bereich – nur hier gibt es bislang auch eine Kooperation mit der WTG.

Neuzugang bei der SpVgg Renningen ist der Böblinger Tarkan Dogan. Der 14-Jährige war bereits Deutscher Jugendmeister am Pauschenpferd. Er turnte bislang für den MTV Stuttgart, war im Bundeskader, musste aber auf Grund gesundheitlicher Probleme kürzer treten und wurde aus dem Kader aussortiert. Wayne Jaeschky holte den jungen Turner zur WTG. „Er hat natürlich bei weitem nicht mehr das Leistungsniveau, das er einmal hatte, ist bei uns aber gut aufgehoben“, sagt der Trainer über seinen Spezialisten am Reck, Pauschenpferd und an den Ringen. Der dritte Neuzugang ist der Maichinger Manú Tschur. Der Zwölfjährige, Vize-Landesmeister im Pflicht-Fünfkampf, wechselte vom VfL Sindelfingen zur SpVgg Renningen. „Mir gefällt das Team und ich habe hier gute Trainingsbedingungen“, sagt Tschur.

Direkt aus Renningen stammen Luis Weiß, Lukas Kapitza und Christian Marques. Absolute Leistungsträger sind der Mannschaftskapitän Lovis Spiess (Jaeschky: „Er kann alle sechs Geräte relativ gut“) und Lukas Unger. Beiden haben ihren Heimatverein in Gärtringen.

Das Training der Turner – fünfmal pro Woche – findet abwechselnd in Renningen, Gärtringen und in Ruit statt. Sie warten bereits sehnsüchtig auf den Bau der dritten Sporthalle in Renningen. „Ich freue mich, dass in den Planungen der Stadt ein separater Anbau mit einer Turn- und Bewegungslandschaft bedacht wird, der uns enorme Trainingsmöglichkeiten bieten wird“, sagt Wayne Jaeschky, der allerdings nicht damit rechnet, dass in den nächsten fünf Jahren etwa passieren wird.

Gegründet hat sich die WTG Heckengäu im Herbst 2011, als zunächst die SpVgg Renningen und der TSV Gärtingen auf sportlicher Ebene zusammen fanden. Die TSG Leonberg hat aus dem Zweierverbund ein Trio gemacht. Und mittlerweile gibt es nicht nur die erste Mannschaft, die am Liga-Betrieb teilnimmt, sondern auch ein Junior-Team, das den leistungsstarken Nachwuchs fördern soll. Hierzu gehören unter anderen die Leonberger Julius Hottmann, Fabio und Gianluca Nepitella. Alle trainieren zweimal pro Woche in ihren Heimatvereinen und einmal pro Woche gemeinsam. „Das Juniorteam ist momentan noch unser Sorgenkind, weil wir noch nach einer geeigneten Trainerlösung suchen.“, so Jaeschky.

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