Bei seiner Rückkehr in den Turn-Weltcup nach über vier Jahren hat Fabian Hambüchen am Sonntag in Stuttgart mit Rang zwei geglänzt. Foto: dpa

Fabian Hambüchen redet nach Jahren der Zwangspause wieder ein gewichtiges Wort im Kampf um den Mehrkampf-Weltcup der Turner mit. Gefeiert vom Stuttgarter Publikum turnte er sich nach einer grandiosen Reck-Show auf Platz zwei.

Fabian Hambüchen redet nach Jahren der Zwangspause wieder ein gewichtiges Wort im Kampf um den Mehrkampf-Weltcup der Turner mit. Gefeiert vom Stuttgarter Publikum turnte er sich nach einer grandiosen Reck-Show auf Platz zwei.

Stuttgart - Fabian Hambüchen warf freudig seine Reck-Riemchen ins Publikum, ballte die Faust und spendete dem Sieger fairen Applaus. Bei seiner Rückkehr in den Turn-Weltcup nach über vier Jahren hat der deutsche Vortuner am Sonntag in Stuttgart mit Rang zwei geglänzt. Vor 4500 Zuschauern kam der 26-Jährige auf 90,264 Punkte. Der Student der Sporthochschule Köln musste nur dem Ukrainer Oleg Wernjajew mit 92,165 Zählern den Vortritt lassen.

12.000 Schweizer Franken Preisgeld (9800 Euro) waren der verdiente Lohn für eine großartige Stabilität im Sechskampf. Nach dem Wettkampf leistete Hambüchen dann „Aufklärungsarbeit“ und schilderte dem kopfschüttelnden Wernjajew den Sinn eines Adventskalenders, den die Organisatoren allen Turnern überreicht hatte.

Das Glanzstück von Hambüchens Auftritt war erneut eine faszinierende Reckshow, die von den Kampfrichtern mit der Tageshöchstnote von 15,966 Punkten belohnt wurde. Keiner seiner sieben Konkurrenten konnte am Königsgerät auch nur annähernd so auftrumpfen. „Ich wusste, dass ich am Reck noch viel aufholen kann. Der Abstand zum Ersten war noch akzeptabel. Es war zwar nicht meine komplette WM-Übung, aber für heute war sie gut“, sagte Hambüchen überaus zufrieden.

Auch an den anderen Geräten leistete sich Hambüchen kaum Fehler. Am Seitpferd hatte er zwar wie gewohnt zu kämpfen und fiel auf Platz fünf zurück. Doch wie schon zur WM in Antwerpen kämpfte sich der Reck-Vizeweltmeister zurück in die Spitze. Gefeiert vom begeisterten Publikum blieb er an Ringen und Sprung makellos. Am Barren gelang nicht alles, doch merzte er seine kleinen Fehler gekonnt aus und legte somit die Grundlage für den Podestplatz, der erst sicher war, als der US-Amerikaner John Oroczko am Reck patzte.

Weltcup-Verteidiger Marcel Nguyen war wegen seines Fehlens bei der WM im Mehrkampf nicht startberechtigt, freute sich aber auch über den vierten Platz der Deutschen im Mannschaftsfinale. „Ich bin super zufrieden und stolz auf mein Team. Es hat mir riesig Spaß gemacht, mich wieder mit den Japanern und Chinesen messen zu dürfen“, sagte der 26-jährige Stuttgarter nach seiner langen Pause bei internationalen Wettkämpfen. Den Sieg machten die Turn-Großmächte China (179,20) und Japan (177,95) unter sich aus.

Bei den Frauen hatte Cup-Verteidigerin Elisabeth Seitz mit Platz sieben am Samstag die hohen Erwartungen nicht erfüllen können. „Glücklich bin ich nicht. Ich glaube, das hat man mir auch angesehen“, gestand die Mannheimerin. Immerhin durfte sich die 20-Jährige über ein „Trostpflaster“ von rund 1600 Euro freuen.

Am Stufenbarren und am Schwebebalken musste sie unfreiwillig absteigen und war mit 53,932 Punkten im Klassement chancenlos. Strahlende Siegerin war die US-Amerikanerin Elizabeth Price. Die 17-Jährige aus New Jersey gewann mit 58,032 Punkten.

Am Rande wurde mitgeteilt, dass der Stuttgarter Weltcup künftig einen neuen Termin erhält. Er wechselt wegen einer Vereinheitlichung der Weltcupserie vom November ins Frühjahr. Vorfreude verbreite die Nachricht, dass sich der Deutsche Turner-Bund um die Ausrichtung der WM 2019 bewerben will. Im Moment ist aber völlig offen, mit welcher Stadt diese Bewerbung erfolgen soll.

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