Berkheims Turnerin Maike Knaak hängt sich am Stufenbarren voll rein. Foto: Georg Hrivatakis

Die Turnerinnen des TSV Berkheim verpassen beim Bundesliga-Heimwettkampf den erhofften Klassenverbleib. Trotz großer Unterstützung steigt das Team in die 2. Bundesliga ab.

Die Bundesliga-Turnerinnen des TSV Berkheim durchlebten beim Heimwettkampf – dem vierten und letzten der Saison – in der Halle im Sportpark Weil die volle Bandbreite an Emotionen. Es wurde gejubelt, gehofft und gezittert. Am Ende flossen dann doch Tränen, als feststand, dass die Berkheimerinnen den letzten Platz unter den acht Teams belegen werden – und die TSV-Turnerinnen den Gang nach dreijährigem Aufenthalt in der Bundesliga in die 2. Bundesliga antreten müssen.

 

Berkheimerinnen hatten „die Nerven nicht im Griff“

Es war knapp. Sehr knapp, denn der Dresdener SC setzte sich nach dem Wettkampf mit (707, 90 Punkte) vor den Berkheimerinnen (701,80 Zähler) auf den vorletzten Platz und schaffte somit den Klassenverbleib. „Es ist sehr schade, denn die Drei-Zehntel zu wenig tun weh“, sagte der enttäuschte, aber dennoch gefasste Berkheimer Coach Gerhard Weber und ergänzte: „Es ist, wie es ist und ich hatte im Vorfeld schon gesagt, dass wir den Klassenverbleib nur schaffen, wenn wir unsere Nerven im Griff haben. Und das haben wir dieses Mal leider nicht geschafft.“

Dabei hatten sich die TSV-Turnerinnen einiges vorgenommen und wirkten bei ihrem Start am Boden selbstbewusst. Petra Stabile startete mit der musikalischen Untermalung von der Violinistin Lindsey Stirling auf der Matte und legte einen ordentlichen ersten Auftritt hin. Auch Maike Knaak, die von Anna-Marlen Piee bei ihrem Trainerlehrgang vor dem dritten Wettkampf in Ketsch aus Berlin an Land gezogen wurde, lieferte am Boden eine ordentliche Leistung ab. Und sie hatte bei ihrem laut ihr selbst „ersten Heimwettkampf in einer fremden Halle“ viel Spaß. „Die Stimmung war super und das Team war toll. Es ist schade, dass der Wettkampf so enden musste“, sagte Knaak, die es im kommenden Jahr von Berlin nach Rostock zieht, den Berkheimerinnen aber definitiv erhalten bleiben wird. „Mit dem Auftritt am Boden bin ich zufrieden, aber am Schwebebalken ist es ärgerlich, dass da Wackler drin waren“, sagte Knaak. Großen Applaus der 1000 Zuschauer bekam TSV-Turntalent Anni Bantel, die an allen vier Geräten eine durchweg souveräne Performance hinlegte.

Im weiteren Verlauf des Wettkampfes schlichen sich bei den Berkheimer Turnerinnen aber immer mehr Unkonzentriertheiten ein, die zu Abgängen und Stürzen führten. „Insgesamt haben wir uns zu oft verturnt und das schlug sich dann in den Punkten nieder. Auch die Konkurrentinnen aus Dresden haben Federn gelassen, aber die Chance haben wir nicht genutzt und am Ende hat es nicht gereicht“, sagte Weber. Das führte dazu, dass es für die Berkheimerinnen dieses Mal nicht ausreichte, den Klassenverbleib – wie zuvor im vergangenen Jahr – im Heimwettkampf klarzumachen. Die Mitkonkurrentinnen der KTG Hannover und aus Dresden machten weniger Fehler.

Verletzungsproblematik zieht sich durch die Wettkämpfe

Ein ausschlaggebender Punkt, dass Berkheim nun den Gang in die 2. Bundesliga antreten muss, ist die Verletzungsproblematik, die sich durch die gesamte Runde zog. Dass die Lage diesbezüglich bei den Berkheimerinnen in den vergangenen Wettkämpfen sehr angespannt war, führte dazu, dass das Team nach dem starken 4. Platz beim Auftakt in Mannheim überhaupt erst in Abstiegsgefahr geriet. „Das ist das Hauptproblem, dass die Personallage zu dünn ist. Wir konnten nicht mehr alles kompensieren“, erklärte Weber. Berkheims Coach legte aber direkt den Fokus auf das Kommende. „Ziel ist es, wieder in die Bundesliga aufzusteigen. Noch wichtiger ist aber, dass der Hallenanbau vorangetrieben wird, sodass wir normal trainieren können und eine Schnitzelgrube haben werden“, betonte Weber und ergänzte: „Unter diesen Bedingungen kann man sich auf Dauer in der Bundesliga eben nicht halten. Wir werden nun einen Neuaufbau starten und wieder angreifen.“

Berkheim startet Neuaufbau in der 2. Bundesliga

Den Tagessieg in Esslingen sicherte sich Spitzenreiter TSV Tittmoning-Chemnitz, der im Ligafinale am 29. November in Heidelberg auf den Serienmeister MTV Stuttgart – wurde in Dritter – trifft. Um Platz drei kämpfen dort die TG Mannheim und die TG Karlsruhe-Söllingen, die in Esslingen das TZ DSHS Köln auf Rang fünf verwies.

Die Berkheimerinnen werden jedenfalls auch im kommenden Jahr wieder beim Heimwettkampf in Weil antreten, dieses Mal aber einige Stunden vorher, wenn es dann um den Aufstieg in die Bundesliga geht.