Für die beiden Röhren des Rosensteintunnels soll am 16. September der Durchschlag gefeiert werden. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Das Projekt Rosensteintunnel war im Mai 2015 dramatisch teurer geworden. Nun kämpft die Stadt mit Juristen gegen eine weitere Kostenerhöhung.

Stuttgart - Das Bauprojekt Rosensteintunnel, zu dem auch die Neuordnung der B 10/B 14-Verbindung am Mineralbad Leuze zählt, braucht mehr Ingenieure und Juristen. Der Technikausschuss des Gemeinderates hat am Dienstag beschlossen, zusätzlich 2,5 Millionen Euro für externe Ingenieure und weitere 300 000 Euro für Anwälte auszugeben. Die Juristen sollen Dossiers erstellen, mit denen unberechtigte Nachtragsforderungen der Baufirmen abgewehrt werden können. Die Stadt hat dazu die Kanzlei gewechselt und setzt seit Januar auf Rembert Rechtsanwälte in München. Der firmenseitige Schriftverkehr für das komplexe Bauwerk zähle mittlerweile mehrere Tausend Dokumente, die „bauvertragliche Abwicklung gestaltet sich seit Baubeginn äußerst schwierig“, heißt es.

Die Kosten für die Tunnelbauten waren kurz nach Baubeginn im Mai 2015 erheblich um 44 auf 274,6 Millionen Euro gestiegen. Ein neuer Kurztunnel, der die heutige Wendeschleife der Bundesstraße 14 ersetzt, werde wegen „Behinderungen im Bauablauf“ nicht 2015, sondern erst 2017 in Betrieb genommen werden können, erfuhren die Stadträte. Die Fertigstellung des Gesamtprojekts bis Anfang 2020 sei „nach wie vor möglich“, eine neue Prognose der Baukosten soll es 2017 gegeben, wenn Betriebs- und Sicherheitstechnik vergeben sind. Am 16. September soll der Tunneldurschlag gefeiert werden. Die Grünen enthielten sich bei der Vergabe der neuen Leistungen, die Fraktion SÖS/Linke-plus stimmte dagegen.

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