Die Petruskirche in Gablenberg. Der Turm bietet einen atemberaubenden Ausblick. Klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie. Foto: Leif Piechowski

Seit er für das Publikum gesperrt ist, richten sich alle Augen auf den Stuttgarter Fernsehturm. Doch es gibt noch viele andere Bauwerke in der Stadt, die hoch hinausstreben. Wir stellen sie in unserer Sommerserie vor. Heute: der Turm der evangelischen Petruskirche in Gablenberg.

Stuttgart - Wer als Fremder durch das Doppelportal der Petruskirche in Gablenberg tritt, ist verwirrt. Denn dort, wo er eigentlich das Kirchenschiff erwartet, findet er sich in einem nüchternen Vorraum wieder. Den nennen die Gablenberger mit feiner Ironie „Paradies“, wohl wissend, dass es von dort zum Himmel ein steiler und mühsamer Weg ist. Nur über zwei symmetrisch angelegte Treppenhäuser mit jeweils 24 Stufen aus Muschelkalk gelangt der Besucher ins eigentliche Gotteshaus.

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Denn am Steilhang auf der Westseite der Gablenberger Hauptstraße war für eine große Kirche eigentlich gar kein Platz. Zum Teil musste sie in den Hang hineingebaut werden.

Heute steht dort der mit 67,40 Meter höchste Kirchturm, der sogar die Stiftskirche in der Innenstadt um mehr als fünf Meter überragt. Auf einer engen Wendeltreppe, die nicht viel breiter als die Schultern ist, geht es 38 Stufen hinauf. Hinter einer Tür windet sich eine einfache Holztreppe mit 47 Stufen an der Innenmauer des Turms nach oben.

Von einer Turmbrüstung aus rotem Maulbronner Sandstein gibt es einen Bilderbuchausblick. Im Süden sieht man den Fernsehturm und den Fernmeldeturm, im Osten liegt der Höhenrücken der Waldebene Ost, im Norden erkennt man den runden Turm der Herz-Jesu-Kirche, dahinter die Mercedes-Benz-Arena.

Nach einer Verschnaufpause geht es im Turm der Petruskirche weiter nach oben.16 Stufen führen steil auf einer Stahlstiege in die Glockenstube. Seit 1952 hängen hier wieder vier stattliche Glocken mit einem Gewicht von 1355, 941, 538 und 347 Kilogramm. Zuvor hatten die drei schwersten Glocken zehn Jahre lang gefehlt. 1942 mussten sie auf Befehl von oben abmontiert werden. Sie landeten für die Waffenindustrie im Schmelzofen.

In unserer Turm-Serie bereits erschienen:

Ludwigsburg - Vom Bad im Wasserturm ist abzuraten

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