Sie ragen aus Wäldern, thronen über Städten oder wachen über das Erbe der Kelten: Türme gibt es im Kreis mehr, als man denkt. Und jeder hat seinen eigenen Charme und seine besondere Geschichte – und eine andere Aussicht. Zeit, mal wieder aufzusteigen.
Sie ragen aus Wäldern hervor, thronen stolz über Städten oder wachen über das Erbe längst vergangener Kulturen wie die der Römer oder Kelten: Türme gibt es im Landkreis Esslingen weit mehr, als man denkt. Und jeder hat seinen eigenen Charme und seine besondere Geschichte.
Wir stellen einige Türme im Landkreis vor, die sich teilweise auch als Ausflugsziele eignen.
Hundertwasserturm Plochingen
Schon von weitem ist der 33 Meter hohe Turm mit seinen vier goldenen Kugeln in Plochingen zu sehen. Das viel besuchte Hundertwasserhaus „Wohnen unterm Regenturm“ ist das vom Wiener Künstler und Architekten Friedensreich Hundertwasser gestaltete Wahrzeichen der Stadt. Die Kugeln erinnern an ein Märchen, für den Künstler waren sie ein Symbol für Reichtum und Glück, sagt die Stadtführerin Britta Ullrich.
Dass die runden Objekte bei jedem Wetter und selbst nach über 30 Jahren noch so schön leuchten, liegt daran, dass sie mit 24-karätigem Blattgold überzogen sind, erklärt sie. Für den Österreicher galten Türme als „Fingerzeig zum Himmel“. Im Rahmen von Führungen können Interessierte in die bunte Welt Hundertwassers eintauchen: www.plochingen.de
Uhlbergturm Filderstadt
Am Rande des Schönbuchs erhebt sich der 25 Meter hohe Uhlbergturm bei Filderstadt-Plattenhardt. Der Betonturm, den der Schwäbische Albverein 1963 anstelle des baufälligen Vorgängerbaus errichtete, ist ein beliebtes Ausflugsziel für Spaziergänger, Wanderer und Radfahrer. Wer die 127 Stufen emporsteigt, wird mit einem Panorama vom Naturpark Schönbuch bis zur Schwäbischen Alb belohnt. Im Turmsockel befindet sich ein Kiosk, in dem Ausflügler Getränke, Kaffee und Kuchen oder Würstchen für die nahe Grillstelle kaufen können. Sitzgruppen mit Sonnenschirmen unter Schatten spendenden Bäumen laden zum Verweilen ein, während sich die Kinder auf der großen Spielwiese austoben. Wer möchte, kann noch eine Wanderung auf dem Fratzenweg nach Aichtal-Neuenhaus anschließen. Wanderer, die mehr wollen, wählen die gut 20 Kilometer lange Route über Echterdingen und das Siebenmühlental. Informationen unter www.uhlbergturm.de.
Römerturm Köngen
Vom luftigen Panorama des Uhlbergturms führt der Weg nun in die römische Vergangenheit: zum deutlich niedrigeren, 1911 rekonstruierten steinernen Wachturm im Römerpark Köngen. Die Fundamente des römischen Eckturms wurden bereits 1885 entdeckt. Im Turm gibt es eine kleine Ausstellung zur Militärgeschichte. Die Freilichtanlage und das Museum geben einen lebendigen Einblick in die jahrtausendealte Geschichte der Gemeinde. Vom Turm genießt man einen weiten Blick über die Stadt bis zur Schwäbischen Alb. Während der Römerpark jederzeit kostenlos besichtigt werden kann, hat das Museum eingeschränkte Öffnungszeiten. Informationen unter www.museum-koengen.de.
Heidengrabenturm Erkenbrechtsweiler
Auf der Zeitreise im Kreis geht es weiter zu den Kelten auf der Albhochfläche. Zwar ist der 2024 eröffnete Heidengrabenturm deutlich jüngeren Alters, er ermöglicht aber eine gute Übersicht über das Erlebnisfeld Heidengraben und das Albvorland. Schwindelfreiheit vorausgesetzt, lohnt es sich, die 102 Stufen bis zur Plattform in gut 18 Metern Höhe zu erklimmen. Der Besuch des Turms ist kostenfrei.
Mutige können sich demnächst unter fachkundiger Anleitung sogar vom Turm abseilen. Wer nicht nur einen luftigen Überblick, sondern auch einen intensiven Einblick in das keltische Treiben haben möchte, kann im Heidengrabenzentrum die Welt der Kelten hautnah erleben: www.region-heidengraben.de.
Turm der Burg Teck
Weithin sichtbar ist der Aussichtsturm der Burg Teck auf einer Höhe von 773 Metern auf dem höchsten Punkt des Teckbergs. Der 31 Meter hohe Rundturm wurde zum Teil aus den Bruchsteinen der alten Burg gemauert. 1889 war die Einweihung. Heute kann der Turm nur vom Wanderheim des Schwäbischen Albvereins aus bestiegen werden. Bei klarer Sicht bietet sich ein beeindruckender Blick über die Schwäbische Alb, das Neckartal, die bewaldeten Höhen des Schurwaldes bis hin zum Odenwald. Die Burg Teck ist auch ein beliebter Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen und Ausflüge: Unterhalb des Aussichtsturms befindet sich die Sybillenhöhle. Eine schöne Tour ist der Premiumwanderweg „hochgehadelt“. Informationen und Öffnungszeiten: www.burg-teck-alb.de
Türme in Esslingen
Die Stadt Esslingen bietet gleich mehrere sehenswerter Türme. Der wohl bekannteste ist der Dicke Turm – Teil der imposanten Stadtmauer –, der hoch über dem Neckar über die Altstadt wacht. Dem Himmel näher ist man auf dem Katharinenlindenturm im Norden der Stadt. Ein beliebtes Fotomotiv ist der Skywalker, eine Seiltänzerskulptur, die auf dem Schelztorturm über den Köpfen der Passanten balanciert. Der Torturm aus dem 13. Jahrhundert war einst Teil der Stadtbefestigung. Neben dem Schelztorturm existieren noch das Wolfstor und der Pliensauturm. Außerhalb der Altstadt, in Richtung Weinberge, ist der Neckarhaldenturm als sehenswertes Relikt der schützenden Mauern erhalten – perfekt für einen Sonntagsspaziergang. Wer Esslingen von oben entdecken möchte, kann auch an der Themenführung „Tore, Türme, Dachterrasse(n)“ des Stadtmarketing Esslingen teilnehmen: www.esslingen-info.com.