Horst Seehofer soll Rassismus am Freitag klar beim Namen benannt haben. (Archivbild) Foto: dpa/Boris Roessler

Gökay Sofuoglu, der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, trifft Horst Seehofer in Berlin. Warum der Stuttgarter davon überzeugt ist, dass der Innenminister rechte Gewalt nach Hanau ernst nimmt.

Berlin/Stuttgart - Innenminister Horst Seehofer (CSU) hat am Freitag mehrere Vertreter von muslimischen Glaubens- und türkischen Migrantenverbänden in Berlin empfangen. Darunter auch Gökay Sofuoglu, den Vorsitzenden der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD), der aus Stuttgart angereist war. Auf Sofuoglu habe der CSU-Politiker nach den rassistisch motivierten Morden in Hanau, bei denen insgesamt elf Menschen starben, die meisten davon mit Migrationshintergrund, sehr überzeugend gewirkt. „Seehofer will wirklich was machen“, sagte Sofuoglu unserer Zeitung.

„Ich glaube, es findet gerade in der Politik ein Umdenken statt“, sagte Sofuoglu. Das lasse sich auch an der Sensibilität für Sprache ablesen. „Seehofer nimmt ganz selbstverständlich das Wort Rassismus in den Mund“, sagte Gökay Sofuoglu. Bereits am Freitagmorgen nannte der Innenminister die Tat öffentlich einen „rechtsterroristischen Terroranschlag“.

Verunsicherung in der türkischen Community

Da Teile des Gesprächs vertraulich gewesen seien, könne der TGD-Vorsitzende über konkrete Maßnahmen, die der Innenminister ergreifen will, aktuell nicht viel sagen. Sofuoglu betont, dass aber auch Symbolpolitik gerade jetzt wichtig sei, da eine große Verunsicherung in der türkischen Community herrsche. Mehr zu Seehofers Plänen soll am Montag bekannt werden.

Seehofers Verhältnis zu Migranten galt aufgrund seiner harten Abschiebepolitik und bisweilen harschen Wortwahl bei Kritikern als problematisch. Nach der Bluttat im hessischen Hanau, wo ein migrantisch geführter Kiosk und eine Shisha-Bar die Hauptziele des Attentats waren, ist er sofort dorthin gereist und hat Blumen niedergelegt. Sofuoglu ist überzeugt, dass diesen Gesten Taten folgen werden.

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