Auftritt der Flashladies beim Festakt in Wernaus Stadthalle Foto: /Philipp Braitinger

Der TSV Wernau feierte am Freitag sein langjähriges Bestehen mit einem Festakt in der Stadthalle. Sorge bereitet dem Verein der Mangel an Trainingsmöglichkeiten in Wernau.

Ob den jungen Männern damals klar war, dass sie den Grundstein für eine grandiose Erfolgsgeschichte legten, als sie sich im Jahr 1897 im Gasthaus Adler in Steinbach trafen und einen Turnverein gründeten? Wohl kaum. Am vergangenen Freitagabend, 125 Jahre später, feierten rund 200 Besucher das langjährige Bestehen ihres Sportvereins in der Wernauer Stadthalle.

 

Aktuell steht der TSV Wernau nach Angaben des Ersten Vorstands glänzend da. „Wir sind sportlich und finanziell sehr gut aufgestellt“, betonte Manfred Leutz während seiner Festrede. Eine Frage, die den Verein derzeit umtreibt, ist die Entwicklung der Sportinfrastruktur in Wernau. Der Mangel an Trainingsmöglichkeiten macht dem TSV offenbar zu schaffen. „Es ist ein Riesenproblem“, meinte Leutz.

Erlebnisse im Verein prägen Kinder

Der Sport im Verein sei vor allem für Kinder und Jugendliche wichtig. „Das sind prägende Erlebnisse“, sagte Leutz über die Erfahrungen, die der Nachwuchs bei Sportvereinen macht. Es sei wertvoll, jene Erfahrungen, die viele Mitglieder in der Vergangenheit bereits beim TSV machen konnten, auch kommenden Generationen zu ermöglichen.

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Ganz ausgefüllt waren die Sitzreihen in der Stadthalle nicht. Die Zahl an Mitgliedern hätte anderes vermuten lassen. „Es war ein bisschen ein Durcheinander“, erklärte Leutz, den viele Menschen beim TSV den „Manne“ nennen, zu den Vorbereitungen des Jubiläumsabends. Unter den sich ändernden Corona-Vorschriften mussten die Pläne für den Festakt wiederholt angepasst werden. Die zulässige Höchstzahl der Besucher habe sich im Vorfeld immer wieder verändert. „Es ging hin und her“, so der Vereinsvorsitzende. Am Ende waren wohl einige potenzielle Besucher des Abends verunsichert und blieben zuhause. Hinzu kam, dass einige Gäste wegen einer aktuellen Infektion mit Corona der Veranstaltung fernblieben. „Das Hohe C schlägt erbarmungslos zu“, so Leutz.

Ausführliche Festschrift ist erhältlich

Diejenigen, die gekommen waren, erwartete ein mehr als zwei Stunden langer musikalisch-sportlich-unterhaltsamer Abend. Auf die Geschichte der Abteilungen des Vereins wurde beim Jubiläumsabend mit mehreren bebilderten Informationswänden eingegangen. Eine ausführliche Festschrift war darüber hinaus erhältlich.

Die Moderation des Abends übernahmen Michaela Celeryn und Lukas Hürzel, beide langjährige und engagierte Vereinsmitglieder. „Das ist fast schon eine kleine Sensation“, sagte Celeryn über das langjährige Bestehen des Vereins. Sie sei dankbar für die Erfahrungen und Emotionen, die sie in ihrem Vereinsleben sammeln konnte. „Man bekommt im Verein Wertschätzung und lernt, Wertschätzung weiterzugeben“, ergänzte der Moderator Hürzel.

Mitgliederzahl litt nicht unter Corona

Auf ein Grußwort des Wernauer Bürgermeisters Armin Elbl musste verzichtet werden. Mit Andreas Felchle ergriff stattdessen der Bürgermeister von Maulbronn in seiner Funktion als Präsident des Württembergischen Landessportbunds das Wort. „Der TSV Wernau lebt, was uns im Vereinssport ausmacht“, lobte Felchle. Viele Vereine hätten wegen Corona eine harte Zeit hinter sich. „Die ganzen Feste sind ausgefallen“, so Felchle. Das habe finanzielle Folgen. Darüber hinaus seien viele Wettkämpfe ausgefallen. Nichtsdestotrotz hätten die Mitgliederzahlen bislang nicht unter Corona gelitten.

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Für die Gesellschaft erfüllten die Vereine wertvolle Aufgaben, erklärte Felchle weiter. „Jeder Sportverein ist ein Demokratievorbild“, sagte er. Ferner seien die Sportvereine engagiert in der örtlichen Jugendarbeit. Darüber hinaus dienten sie der Integration. Die Integration werde wohl angesichts der vielen erwarteten Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine erneut zu einer wichtigen Aufgabe der Vereine werden. Allerdings seien viele Vereine beim Funktionspersonal immer noch eine „deutsche Mittelstandsbewegung“, erklärte Felchle weiter. Aus den vielen Mitgliedern mit Migrationshintergrund auch Funktionspersonal zu gewinnen, sei eine zukünftige Aufgabe, der sich viele Sportvereine stellen müssten.

Für die Unterhaltung sorgten an diesem Abend unter anderem Vertreter der TSV-Sportabteilungen, die kleine Demonstrationen ihres Angebots auf der Bühne darboten. Darüber hinaus sorgte der Comedian Thomas Schwarz mit seinen launigen Anekdoten für Heiterkeit. Anschließend ehrte der TSVler Otto Fauth langgediente Vereinsmitglieder, bevor die Showtanzgruppe „Flashladies“ mit einigen Tanzdarbietungen in den geselligen Teil des Abends mit Buffet im Foyer überleiteten.

Eckdaten zum Verein

Mitglieder
 Der TSV Wernau hat derzeit 1927 Mitglieder. Fast die Hälfte der Vereinsmitglieder sind Frauen. Das älteste Mitglied ist 94 Jahre alt.

Abteilungen
 Derzeit hat der TSV Wernau die folgenden Abteilungen: Taekwondo, Fußball, Volleyball, Badminton, Turnen, Tennis sowie Fit und Gesundheit.

Heimat
Zur TSV-Sportstätte auf dem Kehlenberg gehören zwei Rasenplätze, mehrere Tennisplätze, eine Sporthalle, ein Spielplatz und in der öffentlichen Vereinsgaststätte eine Kegelbahn.