Nach den Sommerferien will die Karateabteilung des TSV Schmiden richtig durchstarten. Noch hat sie fünf Mitglieder, die alle mit Nachnamen Lutz heißen – von links: Thomas Lutz, Nathalie Lutz, Ulrike Lutz, Erik Lutz und der Abteilungsleiter Sebastian Lutz. Foto: /Günter Schmid

Außer dem mit seiner Budo-Abteilung in verschiedenen Kampfsportarten erfolgreichen SV Fellbach hat seit wenigen Tagen auch der TSV Schmiden eine Abteilung für Karate, deren Gründer bislang bei den sportlichen Nachbarn aktiv waren.

Wo bisher die flotten Rhythmen der Schmidener Jazztanz-Abteilung zu hören waren, da werden künftig die Kiai, die Kampfschreie der Karateka, durch die Turnhalle der Fröbelschule schallen. Da die Jazztanz-Abteilung zum 30. Juni ihren Betrieb eingestellt hat, sind in der verkehrsgünstig gelegenen Halle Trainingszeiten frei geworden. Da passte es – um im Bild zu bleiben – wie die Faust aufs Auge, dass sich zeitgleich ein schlagkräftiges Karateka-Quintett beim TSV Schmiden beworben hat.

 

Thomas Lutz ist Inhaber des zweiten Dans

Angespornt durch das elterliche Vorbild begann Sebastian Lutz vor rund 20 Jahren mit Karate, jener japanischen Kampfsportart, die im Wesentlichen auf Schlägen, Tritten und Stößen beruht. Die Mutter des 27-Jährigen trägt zum weißen Karateanzug (Gi) den blauen Gürtel. Vater Thomas Lutz ist gar Meister seines Fachs und als Inhaber des zweiten Dans mit dem schwarzen Gürtel ausgestattet. In früheren Jahren startete er im Kumite, außer der Kata, dem Formenlauf, die zweite Wettkampfdisziplin der von Gichin Funakoshi begründeten Kampfsportart.

Querelen um die Ausgestaltung des Anfängertrainings

Als Nachfolger der langjährigen Teamleiterin Manuela Eichendorf, hatte Sebastian Lutz 2020 die Teamleitung Karate innerhalb der Budo-Abteilung des SVF übernommen. Damit ist seit einer Teamsitzung im Februar dieses Jahres jedoch Schluss. Die Besprechung war das Finale einer Serie schon länger andauernder Querelen, die sich unter anderem um die Ausgestaltung des Anfängertrainings drehten. Ziemlich abrupt erfolgte die Kündigung von Sebastian Lutz und zugleich von vier weiteren Mitgliedern der Familie Lutz. „Für meinen Vater war klar, dass, wenn ich kündige, auch der Rest der Familie geht“, sagt Sebastian Lutz, dessen Vater einst Gründungsmitglied des SVF-Karateteams war.

Die Hallenzeiten der Jazztänzer passen perfekt

Die Verbindung zu ihrer Lieblingssportart wollte die Karatefamilie Lutz, zu der auch noch Sebastian Lutz’ Schwester Nathalie Lutz und der Bruder Erik Lutz gehören, jedoch nicht abbrechen lassen. Der TSV Schmiden, der zwar mit der Fight-Academy im Sportforum ein umfangreiches Kursangebot in diversen Kampfsportarten zu bieten hat, auf Abteilungsebene zuletzt jedoch lediglich Taekwon-Do, nahm das Karate-Quintett gerne auf. „Die Hallenzeiten der Jazztänzer haben perfekt gepasst“, sagt Sebastian Lutz.

Der Braungurtträger ist in dem zum 1. Juli gegründeten Verbund Abteilungsleiter, seine Schwester Nathalie Lutz die Stellvertreterin. Weil sich zudem Thomas Lutz als Kassenwart engagiert, steht die derzeit kleinste Abteilung des TSV keineswegs mit leerer Hand – was Karate wörtlich übersetzt bedeutet – da.

Etwas Großes aufbauen, das Zukunft hat

Vor den Sommerferien gab es noch zwei Trainingseinheiten in der Fröbelhalle, nach Ferienende wollen die Abteilungsgründer, die allesamt auch Trainer sind, so richtig durchstarten. „Unser Ziel ist es, dass das Team irgendwann nicht mehr nur aus der Familie Lutz besteht“, sagt Sebastian Lutz, der bereits als 14-Jähriger Co-Trainer war und sich seit seinem 16. Geburtstag als verantwortlicher Trainer engagiert. Sein Rüstzeug dazu hat er übrigens von der viel zu früh verstorbenen Fellbacher Trainerlegende Gerd Achilles erhalten. „Wir wollen etwas Großes aufbauen, das Zukunft hat“, sagt Sebastian Lutz, der als Versicherungskaufmann arbeitet. Dazu wird es nach den Ferien beispielsweise ein Vater-Mutter-Kind-Training geben. Dafür und für die anderen Abteilungsangebote haben sich bereits einige Interessenten gemeldet, sodass bald der Kiai noch lauter durch die Fröbelhalle schallen dürfte.

Das Karate-Training in der Sporthalle der Fröbelschule beginnt für Kinder von 6 Jahren an montags um 17.30 Uhr (Fortgeschrittene) und freitags um 17 Uhr (Anfänger und Fortgeschrittene). Alle von 14 Jahren an trainieren donnerstags von 20 Uhr an und freitags von 19 Uhr an. Termine für ein Probetraining können per Mail (sebastianlutz.karate(@)gmail.com) oder telefonisch unter 0172/85 32 253 vereinbart werden.