Donald Trump bringt die Aktienmärkte fast täglich neu in Schwingungen – nach oben wie unten. Foto: IMAGO/Sven Simon

Donald Trump lässt die Privatanleger kurzzeitig träumen – der Dax erreicht ein neues Rekordhoch. Doch die Risiken wachsen derzeit eher noch, meint unser Redakteur Matthias Schiermeyer.

Wenn Donald Trump in Superlative verfällt, ist für den Aktienanleger höchste Vorsicht angesagt. Von einer „historischen Handelseinigung“ mit Großbritannien spricht jetzt der US-Präsident. Davon kann tatsächlich keine Rede sein – zu vieles ist noch unklar. Die Ankündigung nährt die Zuversicht, dass die Handelskonflikte der USA mit der EU oder China glimpflich verlaufen könnten. Bei Trump weiß man jedoch nie, ob er wieder einmal alles nur schönredet.

 

Entscheidend wird sein, ob er von den Experten in seinem Umfeld aus seiner Blase geholt werden kann. Langsam müsste ihm dämmern, dass sein Kurs vor allem den Unternehmen und Verbrauchern des eigenen Landes schadet. Und es sollte auch für ihn leicht erkennbar sein, dass sich die US-Indizes schlechter entwickeln als andere globale Börsenindizes.

Im Abschwung der Börsen braucht es Durchhaltevermögen

Trumps undurchsichtiges Verhalten lässt fundierte Anlagestrategien unmöglich erscheinen. Weiterhin besteht die Gefahr, dass die US-Wirtschaft in eine Rezession gerät. Dies könnte nach dem jüngsten Auf und Ab der Börsen auch hierzulande in einen längeren Abschwung münden. Als Privatanleger einen kühlen Kopf zu bewahren und emotionslos zu agieren ist da sicher richtig. Weil sich Profis mit dem Ausweichen in andere Anlageklassen aber viel leichter tun, braucht der Kleininvestor in der Zukunft wohl vor allem ein großes Durchhaltevermögen. So viel Offenheit der Experten sollte schon sein.