Der vergangene November war zu kalt und sehr trüb. Und er setzt die Folge der zu trockenen Monate in diesem Herbst fort.
Kreis Esslingen - Jetzt ist es also amtlich: „Der November war sehr trüb“, teilt Andreas Pfaffenzeller vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Stuttgart mit. Was jeder und jede längst gespürt hat, bestätigt der monatliche DWD-Wetterrückblick: Dieser Herbstmonat hat seinem „Grau in Grau“-Image mal wieder alle Ehre gemacht und sich dabei nahtlos in die November der Vorjahre eingereiht.
Lediglich 68 Prozent Sonnenausbeute hat uns der elfte Monat des Jahres beschert, und das sind in Stunden ausgedrückt gerade mal mickrige 48,5 Sonnenstunden für den gesamten Monat. Als Lichtblick und hellster Tag des Monats geht der 9. November mit immerhin 8,7 Stunden Sonnenschein in den Überblick ein.
Angesichts grauer Tage sprechen manche von Novemberblues
Eigentlich dürften wir mit sogar knapp 72 Stunden Sonnenschein im November rechnen, das zeigt die Wetterstatistik der letzten 30 Jahre. Und daran hat sich in den letzten Jahrzehnten auch nicht viel geändert, denn blickt man noch mal 30 Jahre weiter zurück, wären es immerhin 71 Sonnenstunden im Schnitt. Als schwachen Trost bietet der DWD den Vergleich mit dem Jahr 1958 an, damals schien die Sonne über den ganzen Monat addiert lediglich 24,8 Stunden lang.
Da ist es kein Wunder, dass manche vom Novemberblues sprechen, einer Gemütsanwandlung, die auftreten kann, wenn graue Tage überwiegen. Allerdings dürfte es bei der Anzahl dieser Tage im Kreis Esslingen deutliche Unterschiede geben, die diese Statistik nur nicht abbilden kann. Kolleginnen und Kollegen mit Wohnorten auf dem Schurwald und der Schwäbischen Alb berichteten an nicht wenigen Tagen von beneidenswert gleißendem Sonnenlicht, während das Neckartal häufig ganztags unter dicken grauen Wolken lag.
Der erste Schnee fiel in der letzten Novemberwoche
Immerhin hat der graue Monat den ersten Schnee gebracht. Während die weiße Pracht in den Niederungen leider noch nicht liegen blieb, hat sie den Höhenlagen der Alb in der letzten Novemberwoche schon ein paar Zentimeter Pulverschnee beschert. Für den Wintersport war diese Schneedecke natürlich noch zu dünn, doch die ersten Flocken haben die Skifahrerinnen und Skifahrer bereits in freudige Erwartung versetzt. Der Ranger des Landkreises meldete auch prompt, die Wegweiser an den gut 30 Kilometer langen potenziellen Langlaufloipen auf der Schopflocher Alb und bei Erkenbrechtsweiler seien aufgestellt.
Lesen Sie aus unserem Plus-Angebot: Warten auf den Wintersport
Auch die Wernauer Einrichtung für Menschen mit Behinderung, Arbeg, die zwei Skilifte an der Pfulb betreibt, hat bereits vieles für diesen Skiwinter vorbereitet und schon mal die Bügel in den Skilift eingehängt. Allerdings sind die dort zuletzt gemessenen sechs Zentimeter Schnee bereits weitgehend abgeschmolzen. Am Hang brauche es aber 30 Zentimeter, damit es Sinn macht, die Piste zu präparieren und den Lift anzuwerfen, berichtete unlängst eine Arbeg-Mitarbeiterin.
Zu kalt und zu tocken
Dieser November war übrigens obendrein zu kalt und zu trocken. Mit einer Mitteltemperatur von 4,3 Grad war er genau gesagt um 1,6 Grad zu kühl. Dabei begann der vergangene Monat sehr mild mit fast noch spätsommerlichen Temperaturen von 16,6 Grad am Ersten des Monats. Wie vielseitig der November ist, zeigt auch ein Blick auf die tiefste Temperatur. Diese ist vom DWD mit minus 3,8 Grad in den Frühstunden des 24. November gemessen worden. Insgesamt gab es im November fünf Frosttage und keinen Eistag.
Als absolut wärmsten November bezeichnet der DWD übrigens den November im Jahr 1994 mit einem Mittelwert von 9,1 Grad, den bisher kältesten erlebten wir nur ein Jahr zuvor und zwar 1993 mit 1,4 Grad.
Der Herbst hat zu wenig Niederschlag gebracht
Die Folge der zu trockenen Monate setzt sich auch in diesem November fort. Die Monatssumme des Niederschlages belief sich auf lediglich 29,8 Liter pro Quadratmeter das entspricht 59,7 Prozent. Im vergangenen Oktober betrug der Monatsniederschlag 36,8 Liter pro Quadratmeter (68,9 Prozent). Und auch im September war es deutlich zu trocken. Damals wurden sogar nur 10,6 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen. Das sind gerade mal 21 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge.
Betrachtet man den gesamten Herbst, dann landet er im Vergleich mit nur 77,2 Liter pro Quadratmeter (50,3 Prozent) auf Platz drei. Trockener waren nur der Herbst 1962 mit 66,2 Liter pro Quadratmeter und der Herbst 2019 mit 71 Liter Monatsniederschlag pro Quadratmeter.
Lesen Sie aus unserem Plus-Angebot: Die Fußballer geben die Hoffnung nicht auf