Symbolbild. Foto: dpa

Stuttgart - Was will man mehr? „Das Projekt wird kommen, es ist dringlich und in der Sache völlig unstreitig“, sagt Theresia Bauer (Grüne), Ministerin für Forschung, Wissenschaft und Kunst, auf Anfrage der Stuttgarter Nachrichten zu Sorgen, der Erweiterungsbau der Württembergischen Landesbibliothek sei gefährdet. „Bis zum ­Jubiläum im Jahr 2015 ist der Bau begonnen“, lässt die Ministerin weiter wissen. Und: „Alle weiteren Schritte des Umzugs werden rechtzeitig gemeinsam mit der Württembergischen Landesbibliothek besprochen.“ Deren Direktor Hannsjörg Kowark sieht die Situation offenbar komplett ­anders. Für diesen Dienstag hat er die ­Medien zu einer Eilrunde eingeladen. Titel des Gesprächs: „Wie geht es mit dem Erweiterungsbau der Württembergischen Landesbibliothek weiter? Wie wichtig ist der Landesregierung die größte wissenschaftliche Bibliothek im Land?“ Und so begründet Kowark seinen Schritt: „Nachdem das Land im Mai 2012 die Priorität des Erweiterungsbaus noch einmal betont hat und als realistischen Zielpunkt das ­Jubiläumsjahr 2015 in Aussicht stellte, fand er plötzlich in dem Haushaltsplan 2013/14 keine Berücksichtigung mehr.“

Wie also passen die Positionen der ­Wissenschaftsministerin Bauer und die Sorgen des Landesbibliothekschefs zusammen? Eine Sprecherin von Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) unterstreicht: „Im Haushaltsjahr 2013/14 sind 2,5 Millionen Euro als ­Planungsrate für den Erweiterungsbau der Landesbibliothek angesetzt. Dadurch kann die Planung für das Projekt fortgeführt werden.“ Von Baumitteln ist nicht die Rede – und eben dies beunruhigt Hannsjörg Kowark. Zur Erinnerung: Die Planungen für einen Erweiterungsbau der Landesbibliothek laufen seit 2004, ein Architektenwettbewerb ist bereits erfolgreich abgeschlossen. Vorgesehen ist die Realisierung eines Entwurfs des Stuttgarter Büros Lederer Ragnarsdóttir Oei, der den Bau unmittelbar an die Adenauerstraße rückt.

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