Claudia Stöckle wird die Hochschule nicht als „frauenfreundlich“ empfinden. Foto: factum/weise/Weise

Die Zeitschrift „Brigitte“ hat die Hochschule für Verwaltung in Ludwigsburg als besonders frauenfreundlich ausgezeichnet. Die von den Professoren fortgejagte Ex-Rektorin dürfte dies allerdings anders sehen.

Ludwigsburg - Eigentlich sollte man sich freuen, dass über die Hochschule für Verwaltung und Finanzen auch mal positiv berichtet wird. Schließlich ist die Beamtenschmiede seit Jahren in den Negativschlagzeilen, weil 13 Professoren zu Unrecht Zulagen erhalten haben. Der Untersuchungsausschuss des Landtages hat dies just festgestellt, einer von zwei Prozessen vor dem Landgericht beginnt. Und dann diese Meldung: Die für investigativen Journalismus bekannte Frauenzeitschrift „Brigitte“ und eine Personalmarketing-Agentur haben die Ludwigsburger Ausbildungsstätte für angehende Bürgermeister zu den 120 „besten Arbeitgebern für Frauen“ gekürt. Deutschlandweit.

Ein Kriterium: Karriere im Top-Management

Gefragt wurde nach Kriterien wie der Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder der Hilfe beim Berufseinstieg. Der leidgeprüfte Krisenmanager und Rektor Wolfgang Ernst freut sich: „Das bestätigt unseren Anspruch.“ Nur ein Kriterium des Rankings verwundert etwas: Auch „Karriere im Top-Management“ werde an der Ludwigsburger Hochschule besonders gefördert. In einem prominenten Beispiel war jedoch genau das Gegenteil der Fall: Claudia Stöckle, die frühere Rektorin, wurde von den Professorenkollegen regelrecht hinaus gemobbt. In dem Punkt müsste man noch nacharbeiten.

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