Foto: Eppler

Trotz schwindender Mitgliederzahlen erwarten die Kirchen in Baden-Württemberg auch in diesem Jahr einen Ansturm auf die Gottesdienste an den Weihnachtstagen.

Stuttgart - Trotz schwindender Mitgliederzahlen erwarten die Kirchen in Baden-Württemberg auch in diesem Jahr einen Ansturm auf die Gottesdienste an den Weihnachtstagen. Im Erzbistum Freiburg, wo zwei Millionen Katholiken leben, werden etwa 500.000 Gläubige zu den Weihnachtsgottesdiensten erwartet.

Auch die Diözese Rottenburg-Stuttgart, die ebenfalls etwa zwei Millionen Gläubige zählt, rechnet mit vollen Gotteshäusern. Die evangelischen Landeskirchen in Baden und Württemberg erwarten rund 1,3 Millionen Gläubige. In Baden-Württemberg leben insgesamt rund vier Millionen Katholiken und 3,6 Millionen Protestanten.

Angesichts voller Kirchenbänke gab es in den Vorjahren stellenweise Diskussionen darüber, wie mit Besuchern umgegangen werden soll, die nur zu Weihnachten in die Gottesdienste kommen, allerdings ausgetreten sind und keine Kirchensteuer mehr bezahlen. Rolf Pfeffer von der Evangelischen Landeskirche in Baden sagt, dass vorsichtigen Schätzungen zufolge 25 Prozent der Gottesdienstbesucher an den Weihnachtstagen keine Kirchenmitglieder sind. Streit erwarten die Kirchensprecher deshalb jedoch nicht. Uwe Renz von der Diözese Rottenburg-Stuttgarts sagte: "Man kann ja nicht ein Abzeichen einführen, das zeigt, der gehört zum Verein, der nicht." Der evangelische Kirchensprecher in Baden, Rolf Pfeffer, betonte: "Wir freuen uns über jeden, der kommt - egal ob Kirchenmitglied oder nicht."

Wie viele Mitglieder die evangelische Kirche 2009 verlieren könnte, wagten die Sprecher nicht zu prognostizieren. Die katholische Kirche im Südwesten rechnet erneut mit über 20.000 Austritten. "Jeder Austritt ist einer zu viel", betonte der Sprecher des Erzbistums Freiburg, Robert Eberle. 2008 gab es in der Diözese Rottenburg-Stuttgart einen Anstieg der Kirchenaustritte von 8283 (2007) auf 11.112. Auch die Landeskirche Württemberg verzeichnete einen deutlichen Schwund um 15.000 Mitglieder (2007: 11.000).

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