Trotz des Ausscheidens im Halbfinale der Play-offs gegen Rhein Fire: Eines der Erfolgsmodelle der European League of Football (ELF) ist in Stuttgart beheimatet – nun müssen andere Clubs nachziehen, kommentiert Jochen Klingovsky.
Die Saison endete für Stuttgart Surge ein Spiel früher als erhofft, länger enttäuscht sein muss nach dem Aus im Play-off-Halbfinale gegen Rhein Fire aber niemand in dem ambitionierten Club. Im Gegenteil. Das Surge-Team hat nach dem Finaleinzug 2023 in diesem Jahr zwar den erneuten Sprung ins Endspiel verpasst, zugleich aber den Beweis erbracht, dass eines der Erfolgsmodelle der European League of Football (ELF) in Stuttgart beheimatet ist.
Sorgen müssen sich die Stuttgarter eher um die Liga machen
Kritiker könnten nun einwenden, dass es nicht sonderlich schwer ist, in einem Unternehmen wie der ELF, das erst vier Jahre alt ist, zu den Führungskräften zu gehören. Eine solche Einschätzung würde allerdings negieren, wie viel Arbeit, Herzblut, Entscheidungsstärke und sportliche Kompetenz hinter den Leistungen von Stuttgart Surge steht.
Nach zwei erfolglosen Jahren wurde nicht aufgegeben, sondern die Wende geschafft. Geschäftsführer Suni Musa verpflichtete Jordan Neuman als Cheftrainer, der auch in Stuttgart zeigte, was für ein charismatischer Coach und Kaderplaner er ist. Er führte sein Team an die Spitze, und es wäre keine Überraschung, würde sich Surge dort etablieren.
Sorgen müssen sich die Stuttgarter jedenfalls nicht um sich selbst machen, sondern eher um die Liga. In dieser ELF-Saison gab es ein extremes Leistungsgefälle, unter dem die Attraktivität des Produkts auf Dauer erheblich leiden würde. Weil die Surge-Verantwortlichen sehr ehrgeizig sind und die Meisterschaft im Blick haben, werden sie daran arbeiten, ihr Team noch stärker zu machen. Und zugleich hoffen, dass einige Konkurrenten, die sie mit hohem Tempo überholt haben, den Abstand wieder verkürzen. Damit die ELF nicht aus der Spur gerät.