Nicht nur das Trinkwasser ist gesichert, sondern auch sein Preis – zumindest in Neuhausen gibt es für ein weiteres Jahr keine Gebührenerhöhung. Foto: dpa

Die Kalkulation sieht für 2026 keinen Grund für höhere Wasserpreise in Neuhausen. Nur die Abwasserentsorgung wird in Teilen etwas teurer.

Es sagt viel über eine Situation aus, wenn gute Nachrichten von mahnenden Worten begleitet werden. Die gute Nachricht zuerst: Der Gemeinderat Neuhausen hat einstimmig beschlossen, die Trinkwassergebühren für das Jahr 2026 nicht zu erhöhen. Die mahnenden Worte: „Oft werden wir solche Beschlüsse in nächster Zeit nicht mehr fassen können“, erklärte Bürgermeister Ingo Hacker unter Verweis auf die gesamtwirtschaftliche Lage und die Entwicklung kommunaler Finanzen.

 

Für die Bürgerinnen und Bürger bleibt es bis Ende kommenden Jahres bei einem Trinkwasserpreis von 2,75 Euro pro Kubikmeter, also pro 1000 Liter. Diese Gebühr gilt seit dem 1. Januar 2025. Zuvor waren seit Anfang 2023 pro Kubikmeter 2,50 Euro zu berappen. Auch 2024 gab es keine Gebührenerhöhung.

Gleichbleibende Gebühren trotz sinkendem Wasserverbrauch

Die Allevo Kommunalberatung, die erstmals für 2025 die Gebührenkalkulation für Neuhausen erstellte, empfiehlt für 2026 gleichbleibende Gebühren, obwohl der tendenziell zurückgehende Wasserverbrauch den Preis eher nach oben treibt. Im Schnitt der Jahre 2022 bis 2024 wurden jährlich 583 551 Kubikmeter Trinkwasser in Neuhausen verbraucht. Für 2026 sind 569 000 Kubikmeter prognostiziert.

Bei den Abwassergebühren gibt es eine gesplittete Situation, seit 2012 getrennte Gebühren für Schmutz- und Niederschlagswasser eingeführt wurden. Für das Schmutzwasser stehen 2026 im Vergleich zum Vorjahr 15 Cent mehr pro Kubikmeter auf der Rechnung, also 3,12 Euro. Die Entsorgung des Niederschlagswassers, die nach den überbauten und versiegelten Flächen des jeweiligen Grundstücks berechnet wird, kommt 2026 billiger: Pro Kubikmeter sind nur noch 50 Cent statt 1,19 Euro zu bezahlen.

Überschuss von 2021 senkt Abwassergebühren bis 2026

Beiden Gebührenkalkulationen kommt zugute, dass 2021 bei der Abwasserentsorgung ein Überschuss erwirtschaftet wurde, der laut Gesetzt binnen fünf Jahren an die Verbraucher zurückgegeben werden muss – in Form reduzierter oder weniger stark erhöhter Preise. 2026 wird der einstige Überschuss zum letzten Mal seine erfreuliche Wirkung zeitigen.

Allerdings entlastet laut Gemeindeverwaltung der Baufortschritt bei der Sanierung der Kläranlage die Abwassergebühren, denn in deren Höhe fließen die Projektkosten mit ein: „Die Bauabschnitte mit den größten Kostenvolumen sind fertiggestellt.“