Die Polizei muss sich mit einer offenbar unbelehrbaren Trickdiebin befassen. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Sexuelle Belästigung auf offener Straße – für Trickdiebinnen eine beliebte Arbeitsmethode, um den überrumpelten Opfern unbemerkt die Wertsachen abzunehmen. Die Frau bleibt auf freiem Fuß.

Stuttgart - Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht: Das Sprichwort dürfte besonders für eine 42-jährige Frau aus Osteuropa zutreffen, die ihre Masche als mutmaßliche Trickdiebin nicht groß änderte – und nun schon zum zweiten Mal an gleicher Stelle dingfest gemacht wurde. Allerdings wurde die Frau auch diesmal wieder auf freien Fuß gesetzt.

Ein 61-jähriger Passant war am Samstag gegen 20.20 Uhr am Leonhardsplatz in der Altstadt unterwegs, als er von einer Frau angesprochen wurde. Die Dame bot ihm sexuelle Dienste an – was in der Nähe des Rotlichtviertels zunächst nicht ungewöhnlich schien. Der Mann zeigte jedoch gar kein Interesse, was ihm freilich nichts nützte. Plötzlich wurde er von der Frau umarmt. Allerdings aus anderen Gründen: Heimlich ließ sie mehrere Hundert Euro aus der Jackentasche ihres Opfers verschwinden. Offenbar hatte die Täterin dies an anderer Stelle auskundschaftet.

Beschuldigte offenbar unbelehrbar

Der 61-Jährige bemerkte den Diebstahl erst viel später – doch immer noch rechtzeitig genug, dass er die mutmaßliche Diebin Richtung Pfarrstraße verschwinden sah. Er verfolgte sie und konnte sie in der Esslinger Straße stellen. Allerdings bestritt die Frau die Vorwürfe. Der Bestohlene verständigte daraufhin die Polizei, und die Beamten nahmen die 42-Jährige fest. Nur wurden dabei die gestohlenen Geldscheine nicht mehr gefunden.

Die Festgenommene ist der Polizei nicht unbekannt – denn fast denselben Vorfall gab es bereits vor zwei Monaten an gleicher Stelle. Nach Informationen unserer Zeitung hatte die 42-Jährige am 11. November vorigen Jahres am Leonhardsplatz einen 67-Jährigen ins Visier genommen. Zusammen mit einer 25-jährigen Komplizin wurde das Opfer sexuell bedrängt und bestohlen. Der 67-Jährige bemerkte allerdings, dass die Frauen ihm 45 Euro abgenommen hatten – und forderte sein Geld zurück. Die Frauen gaben ihm 25 Euro und flüchteten Richtung Pfarrstraße. Dort wurden sie von der Polizei festgenommen. Nach erkennungsdienstlicher Behandlung kamen sie auf freien Fuß. Wie auch jetzt wieder.

Eifersuchtszene war nur Ablenkung

Offenbar haben die Festnahmen die 42-Jährige wenig beeindruckt. Ob die Osteuropäerin ohne festen Wohnsitz in Deutschland womöglich mit Komplizen unterwegs war, wird noch ermittelt. Die Masche der Sex-Trickdiebinnnen hatte zuletzt im Herbst des vergangenen Jahres die Polizei in Atem gehalten. Die Täterinnen hatten bei ihrem Vorgehen zahlreiche Varianten parat. Im Stuttgarter Westen beispielsweise hatte eine Frau ihr 71-jähriges Opfer umarmt, anschließend kam ein angeblich eifersüchtiger Komplize dazu. Am Ende eines inszenierten Streits fehlte die teure Luxusuhr des Opfers.

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