Ein vermeintlicher Kontrolleure-Termin endet für eine Seniorin in Spiegelberg in einem Albtraum. Wie die Täter vorgingen – und was man wissen muss, um sich zu schützen.
Die Tür war nur einen Spalt geöffnet, als das Verhängnis in Spiegelberg (Rems-Murr-Kreis) seinen Lauf nahm. Ein freundlicher junger Mann, dunkle Kapuze, ein Schreibbrett in der Hand, behauptete am Donnerstagnachmittag an einem Haus in der Straße „An der Lauter“, den Wasserzähler ablesen zu müssen. Die Bewohnerin – eine Seniorin – ließ ihn herein. Was sie nicht bemerkte: Sie öffnete nicht nur ihre Tür, sondern auch Tür und Tor für einen perfiden Trickdiebstahl.
Wie das Polizeipräsidium Aalen mitteilt, nutzte ein zweiter Täter die Gelegenheit und schlich sich unbemerkt mit in die Wohnung. Als die Rentnerin ihn später im Schlafzimmer entdeckte, hatte der bereits gewühlt. Doch noch schienen sich die Diebe nicht ertappt zu fühlen. Mit einer improvisierten Erklärung, man müsse „jetzt auch alle Heizkörper kontrollieren“, versuchten sie, die Fassade aufrechtzuerhalten. Kurz darauf verschwanden die beiden – samt Schmuck im Wert von mehreren tausend Euro.
Täuschung mit System: Die Masche der falschen Kontrolleure
Die Täter hinterließen kaum Spuren. Etwa 25 bis 30 Jahre alt, dunkel gekleidet, einer mit kurzem Vollbart: ein Duo, das sich offenbar auf Senioren spezialisiert hat. Einfache Tricks, gut einstudierte Rollen. Am Ende bleibt mehr als nur der materielle Schaden: das Gefühl, im eigenen Zuhause nicht mehr sicher zu sein.
Der Polizeiposten Sulzbach bittet nun um Hinweise zu den beiden Männern an die Telefonnummer 07193/352. Möglicherweise sind die Diebe auch an anderen Haustüren in Spiegelberg oder Umgebung aufgefallen. Der Verdacht: Sie könnten gezielt weitere Opfer ausgespäht haben.
„Lassen Sie keine Fremden in die Wohnung!“ – Polizei warnt eindringlich
„Lassen Sie keine Fremden in die Wohnung!“ – mit dieser klaren Botschaft warnt die Polizei eindringlich vor derartigen Maschen. Trickdiebe arbeiteten mit Psychologie. Sie wirkten hilfsbereit, offiziell, harmlos. Doch hinter dem Lächeln stecke oft ein geübter Taschenspieler.
Vor allem ältere Menschen geraten ins Visier solcher Täter. Die Masche: amtlich wirkende Ausreden, falsche Uniformen, Schauspielkunst auf Knopfdruck. Die Polizei empfiehlt: Lassen Sie sich Dienstausweise zeigen, holen Sie im Zweifel eine Vertrauensperson hinzu oder rufen Sie direkt bei der vermeintlichen Behörde an.
Tipps der Polizei: So schützen Sie sich vor Trickdiebstahl
Auf der Internetseite der Polizei unter www.polizei-beratung.de finden sich umfassende Tipps zur Vorbeugung von Trickdiebstählen. Wie erkennt man echte Handwerker? Was tun bei Verdacht? Und wie reagiert man, wenn der Betrug bereits passiert ist?
Grundsätzlich gilt: Wer seine Tür öffnet, sollte nicht auch gleich sein Vertrauen verschenken – denn manchmal reicht ein Spalt, damit das ganze Sicherheitsgefühl kippt.