Der Stromzähler ist eine beliebte Geschichte, mit der Trickdiebe sich Zutritt in die Wohnung verschaffen. Foto: dpa

Trickdiebe klingeln bei älteren Menschen an der Haustür – und offenbar sind sie derzeit verstärkt unterwegs. Nun hat ein Duo im Norden Stuttgarts zugeschlagen.

Stuttgart - Vorsicht, wenn es an der Wohnungstür klingelt: Derzeit gehen wieder verstärkt Trickdiebe um. Diesmal waren es zwei Männer, die sich in Zuffenhausen als Mitarbeiter eines Energieversorgers ausgaben und angeblich den Stromzähler ablesen wollten. Opfer wurde ein 72-Jähriger. Der sehbehinderte Mann hatte gegen die beiden Langfinger keine Chance.

Wie die Polizei mitteilte, spielte sich der Vorfall am Donnerstag kurz nach 13 Uhr ab. Das Duo klingelte in der Zazenhäuser Straße an der Tür des 72-Jährigen und gaben vor, Stromableser zu sein. „Der Geschädigte ließ die Männer in die Wohnung“, sagt Polizeisprecher Martin Schautz. Und die hatten dann die Situation voll unter Kontrolle. Allerdings konnten sie keine großen Reichtümer erbeuten: Die Täter fanden einen Geldbeutel mit 100 Euro, mit Ausweisen und Bankkarten. Für das Opfer schlimm genug – die Ersatzbeschaffung der Papiere bedeutet einen bürokratischen Aufwand.

Von Heizungsmonteuren bis Fernsehtechniker

Für die Polizei gibt es wenig Ermittlungsansätze. „Wegen der Sehbehinderung des Opfers liegt keine Täterbeschreibung vor“, sagt Schautz. Möglicherweise haben die beiden aber auch anderswo geklingelt. Zeugenhinweise werden über Telefon 07 11 / 89 90 - 57 78 entgegengenommen.

Die Ermittler haben freilich reichlich Fälle auf dem Tisch. Erst am Mittwoch war eine 82-jährige Bewohnerin in der Nordbahnhofstraße von einem Trickdieb heimgesucht worden. Ein Täter hatte sich als Heizungsmonteur ausgegeben. Der ließ dann Schmuck und Bargeld für mehrere Tausend Euro mitgehen. Am 1. Februar fanden zwei Trickdiebe eine ganz andere Legende – sie gaben sich bei einer 83-jährigen Frau im Stadtbezirk Vaihingen als Fernsehtechniker aus. Angeblich gab es Störungen in der Leitung, und die verlief natürlich genau hinter dem Schranktresor. Am Ende fehlten Wertsachen für mehrere Tausend Euro. Einer der Täter soll 40 bis 50 Jahre alt und kräftig gewesen sein.

Nur die neuen „Nachbarn“ kommen nicht mehr

Im Dezember waren die Trickdiebe in Stuttgart vor allem als angebliche Telekom-Mitarbeiter aufgetreten. Sie erbeuteten Zehntausende Euro. Eine weitere Masche dagegen scheint erst einmal gestoppt zu sein: Angebliche neue Mieter und Nachbarn, die sich die Wohnung wegen des Zuschnitts anschauen wollten. Die sogenannte Besichtigungsmasche endete Mitte Januar im Landkreis Ludwigsburg.

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