Triberg: Unglaublich, wie weit der Feuerkünstler spucken kann Foto: Huber/Stadt Triberg

In Triberg funkeln zwischen den Jahren eine Million Lichter – täglich gibt es fünf Feuershows mit Live-Musik und ab dem 27. Dezember jeden Abend zudem noch ein Feuerwerk.

Triberg - An den letzten sechs Tagen im Jahr ist in der sonst eher beschaulichen Schwarzwaldgemeinde Triberg alles anders. Die Wasserfälle sind illuminiert, pro Tag werden insgesamt fünf atemberaubende Live-Feuershows direkt beim Wasserfall inszeniert, und zu später Stunde wird über dem Kurhaus ein Feuerwerk gezündet. Überall ertönt Musik, im Kurhaus, auf der Natur-Bühne, aber auch im Wasserfallgelände, wo beispielsweise Alphörner erklingen.

Jeden Tag um 15 Uhr wechseln sich im halbstündigen Rhythmus die einzelnen Solisten und Musikgruppen ab. Direkt aus Amerika kommen beispielsweise die Voices of Glory, drei Geschwister, die mit ihren Gospels die festliche Stimmung im Kurhaus unterstreichen. Soul Machine sind eine Gruppe aus der Region Triberg, die mit Funk und Blues das Publikum auf der Natur-Bühne unterhält.

Mittlerweile kommen an einem Tag bis zu 8000 Besucher nach Triberg. „Beim Weihnachtszauber ist Triberg im Ausnahmezustand“, sagt Thomas Weisser, Mitveranstalter, Gründer und Ideengeber des Spektakels, das zum ersten Mal 2004 über die Bühne ging. Damals leuchteten 70 000 Lichter, heute sind es eine Million. Weisser hatte zusammen mit seinem Freund Rainer Huber 2004 die Idee, Triberg funkeln zu lassen, „Und zwar dann, wenn in allen Städten die Weihnachtsmärkte abgebaut sind.“ Die „zündende Idee“ kam den beiden Freunden auf dem Flug zurück aus den USA, wo sie einen Freizeitpark besucht hatten, dessen Lichterwelt den beiden so gut gefallen hatte, dass sie es auf Triberg übertrugen. Der damalige Bürgermeister hatte bereits – unbewusst – die Weichen gestellt, indem er 2003 die höchsten Wasserfälle Deutschlands, die im Sommer Tausende Besucher anziehen, auch im Winter zugänglich machte.

Zwischen den Jahren gibt es kein Hotelzimmer mehr

Diese Wasserfälle stehen im Mittelpunkt des Weihnachtszaubers. Der Weg dorthin verläuft unter einem gigantischen Sternenhimmel, an dem Zehntausende kleiner Lichter hängen. Auf der Bühne steht Hannes Schwarz mit nacktem Oberkörper und inszeniert zu fetziger Rockmusik eine atemberaubende Show. Ein paar Meter unter ihm sind Maximilian Sand & Vivian Grom ebenfalls mit einer Feuershow zu sehen. Fünfmal am Tag ist dieses Spektakel zu sehen.

Der Geschäftsmann Thomas Weisser, dessen Familie schon in der fünften Generation mit Schwarzwalduhren handelt, und der Licht-Techniker Rainer Huber, beide aus Triberg, brauchten nicht lange, um Bürgermeister, Gastronomie, Hotellerie sowie die Bürger von ihrer Idee zu überzeugen. „Mittlerweile ist zwischen den Jahren in Triberg kein Hotelzimmer mehr zu kriegen“, sagt Weisser.

Mitte November wird bereits mit dem Aufbau der Lichter-Skulpturen und dem Hängen der Lichterketten und -netze begonnen. Bei Wind und Wetter. „Ganz viele Ehrenamtliche gehören zu unserem Team“, sagt Weisser. So wie dieses Jahr, in dem zum zweiten Mal in Folge eine Million Lämpchen aufleuchten. Lichter, wohin man schaut und soweit das Auge reicht.

Der Programm-Mix ist neben den vielen Lichtern sicher ein Teil des Erfolgsrezepts des Triberger Weihnachtszaubers. Jetzt, ein paar Tage vor dem Fest, ist Endspurt. Die meisten Girlanden und Netze mit den kleinen Lämpchen hängen. Die Holzhütten im Bergdorf sind aufgebaut. Das Riesenrad steht, und in der Kinderwelt beim Burggarten in der Nähe des Kurhauses ist das Lichterschloss mit Bühne aufgebaut. Die Krippe mit den lebensgroßen Figuren aus Stroh gehört zur Weihnachtszeit dazu und fehlt auch dieses Jahr nicht. Genauso wie die echten Tiere – Esel und Schafe.

Auch für ein kulinarisches Angebot ist gesorgt

Die Veranstalter hoffen noch auf etwas Schnee – „dann wird die Stimmung noch romantischer“ – und bis zum 30. Dezember dann auf durchgehend gutes, trockenes Wetter. Dennoch sollten die Besucher des Weihnachtszaubers auf jeden Fall mit gutem, bequemem Schuhwerk unterwegs sein und sich unbedingt warm anziehen. „Der Rundweg ist einige Hundert Meter lang, man ist unter Umständen viele Stunden im Freien“, sagt ein Triberger.

Bei Glühwein oder im Kurhaus kann man sich aufwärmen, und auch für den Hunger gibt es genügend Stände und Angebote. „Aber das Kulinarische steht nicht im Vordergrund“, betont Thomas Weisser, „wir wollen die Menschen zum Staunen bringen.“ Das wird bestimmt gelingen.

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