Triathlon „Ein Podiumsplatz wäre der Traum“

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Julia   Gajer trainiert       am     alten          Flughafen in Kona, Coach              Wolfram Bott      ist dabei. Foto: privat
Julia Gajer trainiert am alten Flughafen in Kona, Coach Wolfram Bott ist dabei. Foto: privat

Profi-Sportlerin Julia Gajer ist auf Hawaii angekommen. Am Samstag fällt der Startschuss für den Ironman. Wie sie die Zeit vor dem Rennen gestaltet, berichtet sie in einer E-Mail an unsere Zeitung.

Leonberg/Hawaii - Am Samstag ist es soweit. Auf Hawaii startet um 7 Uhr Ortszeit der legendäre Ironman – die Triathlon-Weltmeisterschaft über die Langdistanz. 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und ein Marathon (42,2 Kilometer) müssen die Teilnehmer bewältigen. Die Schwimmstrecke durch das Meerwasser vor Kailua-Kona ist besonders anspruchsvoll. Rad- und Laufstrecke führen bei großer Hitze durch die Lavafelder. Mit dabei: Julia Gajer, Profi-Sportlerin aus Hirschlanden. Sie war 2014 als Gesamtsechste die beste deutsche Frau – und möchte dieses Jahr noch Plätze gutmachen. Doch große Favoritinnen sind vor allem zwei Frauen. Die Australierin Mirinda Kerr, die Hawaii in den vergangenen drei Jahren gewonnen hat, sowie die Schweizerin Daniela Ryf, amtierende Weltmeisterin über die Mitteldistanz sowie Ironman-Europameisterin. „Für mich wäre ein Podiumsplatz der absolute Traum“, sagt Julia Gajer. Über ihre finalen Vorbereitungen berichtet sie in einer E-Mail an unsere Zeitung.

„Nun bin ich seit knapp einer Woche in Kona, und die Tage bis zum Rennen sind gezählt. Durch die Vorbereitung in Texas fiel die Akklimatisierung deutlich leichter, auch der Jetlag war längst nicht so schlimm wie bei der Anreise aus Deutschland im letzten Jahr. Die ersten Tage finde ich es hier vergleichsweise sogar frisch. Nachdem es dann aber eine Nacht durchgeregnet hat, ist es wahnsinnig schwül und auch die berühmt berüchtigten ,Mumuku’-Winde bliesen in den letzten Tagen sehr kräftig. Mitten in der Innenstadt Kailua-Konas stürzte ein großer Baum um und fiel direkt auf eine Oberleitung, wodurch weite Teile der Stadt ohne Strom waren. Beim Radtraining auf der Wettkampfstrecke bedeutete der Wind dies: knapp 20 km/h gegen den Wind und mit 60 km/h wieder zurück.

Auch auf der Schwimmstrecke herrscht deutlicher Wellengang. Wenn das Wetter bis zum Wettkampftag so bleibt, werden harte äußere Bedingungen herrschen, aber diese sind ja für alle Athleten gleich und ich habe keine Angst davor. Die Vorbereitung auf das Rennen sind soweit abgeschlossen, nur noch kürzere Einheiten stehen auf dem Programm, um „den Motor am Laufen zu halten“. Trotzdem sind die Tage gut gefüllt. Neben dem Training stehen zahlreiche Sponsorentermine und Interviews an.

Der Ironman auf Hawaii ist das wichtigste und prestigeträchtigste Rennen in unserer Sportart (zumindest auf der Langdistanz, die ja nicht olympisch ist), somit ist die komplette Triathlon-Fachwelt hier vor Ort. Die letzten beiden Tage vor dem Rennen werden nun aber etwas ruhiger. Der Donnerstag war komplett trainingsfrei, Ausruhen und Kraft tanken hat oberste Priorität. Nur die Wettkampfbesprechung für uns Profiathleten und eine Massage standen auf dem Plan. Abschließend gibt es noch ein kurzes Warm-up in allen drei Disziplinen, bevor die Räder und Laufschuhe bereits in der Wechselzone abgegeben werden, da das Rennen ja am Samstag sehr früh startet. Nach der „Henkersmahlzeit“ Nudeln mit Tomatensoße werde ich versuchen etwas zu schlafen. Die Nacht wird kurz, Samstag um 3:15 Uhr klingelt der Wecker für den großen Tag.

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