Triathlon Der erste Flug nach Rio ist gebucht

Von Andreas Klingbeil 

Wer macht die Führungsarbeit  in Düsseldorf? Notgedrungen fährt Hanna Philippin (links) an der Spitze.  Foto: Joseph Kleindl Foto:  
Wer macht die Führungsarbeit in Düsseldorf? Notgedrungen fährt Hanna Philippin (links) an der Spitze. Foto: Joseph Kleindl

Hanna Philippin aus Malmsheim ist deutsche Vizemeisterin in der Altersklasse U 23. Sie nimmt als eine von fünf Deutschen am vorolympischen Wettkampf in Brasilien teil.

Renningen/Düsseldorf - Rio. Immer wieder Rio. Der Traum von Olympia 2016 in der brasilianischen Metropole unter dem Zuckerhut geht weiter. Nach gutem Einstieg in die Saison, einer Verletzung, die sie zu einer dreiwöchigen Pause zwang und zurückwarf, will die Triathletin Hanna Philippin aus Malmsheim nun wieder voll angreifen. „Ich fühle mich fit, bereit und motiviert. Mein Ziel ist es, da an der Startlinie zu stehen“ sagt die 22-Jährige selbstbewusst.

Deutsche Vizemeisterschaft in der Altersklasse U 23

Beim Bundesliga-Sprintrennen in Düsseldorf, das gleichzeitig als Deutsche Meisterschaft gewertet wurde, lief es schon richtig gut. Und das, obwohl Hanna Philippin erst einen Tag zuvor von einem vierwöchigen Höhentrainingslager mit ihren Nationalmannschaftskolleginnen Rebecca Robisch, Anja Knapp und Anne Haug aus St. Moritz zurückgekehrt war. Die Profisportlerin, die für den Bundesligaprimus Ejot Team TV Buschhütten antritt, wurde hinter der neuen Deutschen Meisterin Laura Lindemann, Haug und Robisch Vierte. In der DM-Wertung der unter 23-Jährigen, die Lindemann auch gleich noch gewann, bedeutete das die Vizemeisterschaft.

Mit guter Schwimmleistung kam Hanna Philippin nach 750 Metern als Achte aus dem Wasser und reihte sich mit dem Rad direkt in die Spitzengruppe ein. „Da wollte keine so richtig die Führungsarbeit machen“, ärgerte sich die in Saarbrücken lebende Malmsheimerin. Obwohl einige Konkurrentinnen aufschlossen, blieb sie als Dritte nach 20 Kilometern auf dem Rad auf Medaillenkurs. Bis 500 Meter vor dem Ziel hielt sie diesen Platz, dann wurde sie von ihrer Mannschaftskollegin Rebecca Robisch noch überspurtet. Hanna Philippin beendete den Fünf-Kilometer-Lauf zehn Sekunden hinter ihr in 59,23 Minuten. Für die zweitplatzierte Anne Haug wurden 59,09 Minuten notiert, die Junioren-Weltmeisterin Laura Lindemann benötigte 58,49 Minuten. „Auch wenn es jetzt die Holzmedaille in der Deutschen Meisterschaft geworden ist, bin ich trotzdem zufrieden mit dem Rennen“, sagt die U-23-Vizemeisterin.

Deutschland darf drei Triathletinnen für Olympia melden

Drei Olympia-Startplätze gibt es für die deutschen Triathletinnen. Der Deutsche Olympische Sportbund ist bei den Nominierungskriterien dem Vorschlag der deutschen Triathlon Union gefolgt. Ein Platz würde bereits in diesem Jahr vergeben, wenn beim vorolympischen Test ein Platz unter den ersten acht herausspringt. Sollte das keiner Deutschen gelingen, würde eine Platzierung unter den ersten fünf im WM-Gesamtklassement am Ende des Jahres das Ticket garantieren. Mit Rebecca Robisch liegt die beste deutsche Triathletin derzeit auf Rang 14, mit deutlichem Punkteerückstand auf die fünftplatzierte Barbara Riveros (Chile). Hinter Anne Haug (18.) und Sophia Saller (19.) folgt Hanna Philippin in diesem Klassement auf Rang 23. Im nächsten Jahr bekommen die Athleten weitere Qualifikationschancen. Wie diese genau aussehen, steht aber noch nicht fest.

„Ich sammele noch so viele Punkte wie es geht“, hat sich Hanna Philippin deshalb vorgenommen. Die nächste Möglichkeit besteht beim WM-Sprintrennen in Hamburg am 18. Juli. Danach wird zumindest schon einmal ein Teil des olympischen Traumes wahr. Die Triathletin startet als eine von fünf Deutschen am 2. August beim vorolympischen Wettkampf – auf dem Originalkurs in Rio.

Lesen Sie jetzt