Die Stützwände sind fast fertig. Foto: Funke

Die Stützwände für die Treppe im Erbenolweg sind fast fertig. Wenn alles glatt läuft, ist die Staffel Ende Oktober begehbar. Die Gesamtkosten liegen bei rund 900 000 Euro.

Stuttgart-Nord - Mitte Mai haben die Bauarbeiten für die rund 900 000 Euro teure Treppe am Erbenolweg begonnen. Und noch liegt das Projekt im Zeitplan. „Wir sind im Erdreich auf keine Überraschungen gestoßen“, stellt Andreas Schnell fest. Er ist Chef der Willy Schnell GmbH. Die alteingesessene Stuttgarter Straßen- und Tiefbaufirma ist mit der Ausführung des Treppen-Neubaus beauftragt. Probleme haben die Tiefbauer im Bereich des seit Jahren stillgelegten Trafohäuschens erwartet. Schnell: „Da wusste niemand genau, wie die Leitungen verlaufen.“ Überraschungen sind ausgeblieben.

Derzeit sind auf der Baustelle täglich sieben bis acht Arbeiter beschäftigt. Vieles muss in Handarbeit gemacht werden, weil auf dem abschüssigen Gelände nicht mit den Baufahrzeugen gearbeitet werden kann. Die schwierigste Phase hat der Bautrupp aber bereits überwunden: Die Stützwände sind fast fertig. Sie müssen jetzt nur noch eingeschalt, betoniert und gegen Regen abgedichtet werden. Außerdem müssen noch Drainagen und Drainagenrohre für den Wasserablauf gelegt werden.

Dann geht der eigentliche Treppenbau los: Die neue Staffel wird nicht mehr wie bisher in einem Knick ums Eck rum von der Rathenau auf die Fritz-Ebert-Straße nach unten beziehungsweise umgekehrt nach oben führen, sondern in gerader Linie. „Insgesamt hat die Staffel 40 Stufen. Dazwischen sind drei Podeste zum Verschnaufen“, sagt Cornelia Virag. Als Baubezirksleiterin beim städtischen Tiefbauamt ist sie für die Baustelle zuständig. Die senkrechte Führung über das mit sieben Metern Höhenunterschied recht steile Wegstück hat laut Tiefbauamt den Vorteil, dass die Last in den Hang abgeleitet werden kann. Wichtig war den Planern auch, dass die Treppe zur Weißenhofsiedlung passt. Eine Aussichtsplattform mit geschwungener Stützwand, Blumenbeet und Sitzwürfeln soll die Staffel attraktiver machen.

Geld für den Neubau der Treppe erst jetzt da

Notwendig ist laut Virag der Abriss der rund 100 Jahre alten Staffel und ihr Neubau, weil die Stützwände immer maroder wurden. „Lange konnte saniert werden. Doch mittlerweile ist Bewegung in die Anlage gekommen, und es haben sich Risse gebildet.“ Dass in die Treppe investiert werden muss, ist bereits seit 2007 klar. Auf die lange Bank geschoben wurde das Vorhaben, weil das Geld für das rund 900 000 Euro teure Gesamtprojekt fehlte und erst im Doppelhaushalt 2018/19 eingestellt wurde.

Als das Projekt im Bezirksbeirat diskutiert wurde, lehnten die Beirätinnen und Beiräte einen Neubau und auch die Aussichtsplattform unisono ab. Die Rede war von „Treppenwitz“ (Axel Alt, SPD) und „Schildbürgerstreich“ (Anna Kedziora, Frei Wähler). Das Gremium war der Ansicht, dass die Anlage wesentlich kostengünstiger saniert werden könne. Jürgen Klaffke (Die FrAKTION) gab außerdem zu bedenken, dass vor allem ältere Anwohner eine steile lange Treppe ablehnen, weil sie sie als gefährlich einstufen.

Ende Oktober soll die neue Treppenanlage im Erbenolweg, der die Rathenaustraße mit der Heilbronner Straße verbindet, fertig sein. Wichtig für die Anwohner ist die Einhaltung des Zeitplans, weil die Staffel eine viel benutzte Fußgängerverbindung vom Weißenhof zu den Stadtbahnhaltestellen Löwentorbrücke und Pragfriedhof ist.

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