Solche Bilder soll es auch aus Untertürkheim geben: Frauen-Wrestling im Lindenmuseum im Rahmen der Dragon-Days im Oktober 2019. Foto: Lichtgut//Julian Rettig

Marcel Durer und Co-Promoterin Jennifer Hellmig organisieren zum ersten Mal ein reines Frauen-Wrestling in der Sängerhalle in Stuttgart-Untertürkheim.

Die Kämpfe laufen nach Drehbüchern ab. Die Athletinnen oder Athleten wirbeln umher. Gut trainierte Körper ringen miteinander – aber alles ist Show. Wrestling sei „ein inszeniertes Match, eine Mischung aus Kampfsport und Theatervorstellung, sehr unterhaltsam“, erklärt die Organisatorin Jennifer Hellmig. Der Fan jedoch weiß nicht, wer als Gewinner am Ende im Ring steht. Es werde eher gerungen, verbunden mit Akrobatik. So beschreibt Hellmig das Geschehen im Ring. Im November werden sich die Stuttgarterinnen und Stuttgarter selbst ein Bild machen können, am 11. November findet in der Sängerhalle in Stuttgart-Untertürkheim der „Walkyren-Cup 2023 All-Woman Pro-Wrestling“ statt.

 

„In Deutschland gibt es eine große Wrestling-Szene“, sagt Hellmig. Frauen sollen nun auch die Chance bekommen, sich zu präsentieren. Die Organisatoren Marcel Durer und Jennifer Hellmig wollen auch jüngeren Talenten die Möglichkeit geben, eine gute Show zu liefern. Wer in den Ring steigt, muss über 18 Jahre alt sein. Die Teilnehmer sind professionell ausgebildet und jahrelang in Fitness- und Wrestling-Trainings aktiv, erklärt Hellmig.

Im Ring wird eine Geschichte erzählt

Die Veranstaltung in der Sängerhalle wird wie eine Show ablaufen: Im Ring wird eine Geschichte erzählt. Es gibt positiv aufgeladene und negative Charaktere, die in der Show antreten. Marcel Durer und Jennifer Hellmig rechnen mit etwa 12 bis 14 aktiven Teilnehmerinnen im Ring, die in einem Turnier gegeneinander antreten. Die Athletinnen werden ein internationaler Kader sein.

Das Ganze ist eine wirtschaftliche Herausforderung für Durer und Hellmig, deshalb suchen sie noch Sponsoren für die Veranstaltung, bei der es Platz für rund 400 Besucher gibt. „Wir rechnen mit 300 bis 350 Gästen“, sagt Hellmig. Auf Untertürkheim als Veranstaltungsort sind die Organisatoren gekommen, weil sie die Show gerne in Stuttgart oder im Umland veranstalten wollen. Jennifer Hellmig ist Wrestling-Fan und hat auch einen Podcast zum Thema gemacht. Ihr Mitstreiter Marcel Durer ist Autor. Beide werden ein Drehbuch schreiben, das in Untertürkheim als Show präsentiert wird. Hellmig gefällt die Atmosphäre beim Wrestling. Mit der Veranstaltung soll die Frauen-Wrestling-Szene gefördert werden unter dem Motto „All Women Pro Wrestling“.

Chancengleichheit für Frauen in der Wrestling-Szene

„Es geht uns darum, Chancengleichheit und Gleichberechtigung in der Wrestling-Szene zu schaffen und dem Klischee der toxischen Männlichkeit des Wrestling-Sports entgegenzutreten“, sagt Hellmig. Die Veranstalter wollen zeigen, dass Frauen im Wrestling genauso erfolgreich sein können wie Männer. Wrestling erfordere gutes Training. In Untertürkheim werden professionell trainierte Frauen im Ring stehen. „Sie lernen es in der Ausbildung, dass sie sich möglichst nicht verletzen. Es gibt blaue Flecken“, sagt Hellmig. Bei der Veranstaltung ist das „Bladen“, sich bewusst verletzen oder die Arbeit mit Blutkapseln ausgeschlossen.

Professionell trainierte Frauen stehen im Ring

Nur wenige der Frauen, die in Untertürkheim auftreten, können von ihrem Sport leben. Masken werden die Teilnehmerinnen nicht tragen. Zielgruppe der Veranstaltung sind alle Altersklassen, meist sind es Menschen, die ein Interesse an Popkultur, Comics und alternativer Freizeitgestaltung haben, sagt Hellmig.

Tickets unter: www.fury-wrestling.com.