VfB-Torhüter Mitch Langerak spielt meist in grellen, aber einheitlichen Farben. Das war im internationalen Fußball in der Vergangenheit nicht immer so – und sogar heute sind die bunten Jerseys noch voll im Trend. Foto: Pressefoto Baumann

Der englische Fußball-Viertligist Wycombe Wanderers sorgte jüngst mit seinem schrill-gelben Torwart-Trikot für großes Aufsehen im Netz – das Muster soll gegnerische Spieler durch seine Optik verwirren. Wir erklären, warum eine solche Taktik beim VfB Stuttgart nicht infrage kommt.

Stuttgart - Vor wenigen Tagen verblüfften die Wycombe Wanderers mit der Veröffentlichung ihres neuen Torwart-Trikots: Schrill kommt das Jersey des englischen Fußball-Viertligisten daher, das Kaleidoskop-Muster in vielen verschiedenen Farben soll darüber hinaus noch einen bestimmten Zweck erfüllen: „Der Torhüter wirkt damit größer und furchteinflößender“, sagte zumindest Trainer Barry Richardson im Zuge der Vorstellung des neuen Trikots. „Das Muster soll den Blick des Gegners einfangen und ihn vom Schießen ablenken.“ Dies hätten sogar renommierte Wissenschaftler bestätigt.

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Gleiches gelte allem Anschein nach auch für die zweite Version des Torwart-Trikots in Wycombe. Es ist in Rosa gehalten und besticht durch gänzlich unausgewogene, unruhig wirkende Streifen. Dass ein solches Design tatsächlich Auswirkungen auf den Gegner haben könne, glaubt indes auch der Farbforscher Axel Venn. „Wir können nur immer eine bestimmte Menge an Linien, Zeichnungen und Farben hintereinander aufnehmen“, so Venn gegenüber Deutschlandfunk Nova. „Und wenn das zu viel wird, verwirrt uns das.“

Nun stellt sich natürlich die Frage, ob und inwieweit ein solches Torwart-Trikot auch in der Bundesliga für Verwirrung beim Gegenüber sorgen könnte. Insbesondere beim VfB Stuttgart, wo Keeper Mitch Langerak gerne auch in grellen Farben aufläuft. Bereits die Vorstellung der neuen Jerseys hatte in den vergangenen Wochen, nicht nur bei den Fans, für zahlreiche Diskussionen geführt. Doch mit Blick auf das Outfit der Torhüter ist auch künftig keine Revolution zu erwarten.

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Grund hierfür sind die Statuten der Deutschen Fußball-Liga (DFL), die klare Richtlinien für den optischen Auftritt aller auf dem Spielfeld beteiligten Personen festsetzt: Demnach dürfe das Torwart-Trikot nie mehr als vier Farben aufweisen, insbesondere die optische Abhebung von Feldspielern und Schiedsrichtergespann dürfe in keinem Fall eingeschränkt werden. Beim VfB Stuttgart hält man sich natürlich an diese Vorgaben und setzt zudem bewusst auf Uni-Töne, wie das Zeugwart-Team um Michael Meusch gegenüber unserer Redaktion bestätigte. Daher wird Mitch Langerak auch in der kommenden Spielzeit wieder in leuchtend hellen Farben auf dem Platz stehen – jedoch ohne taktische Kniffe, wie sie die Wycombe Wanderers nun planen.

Nichtsdestotrotz haben bereits in der Vergangenheit zahlreiche Keeper durch verrückte Outfits und schrille Farben auf sich aufmerksam gemacht. Wir haben den Blick ins Archiv gewagt – klicken Sie sich durch die Bildergalerie!

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