..... als Tänzer in ... Foto: dpa

Näher dran an herausragenden Persönlichkeiten aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Sport? Der Treffpunkt Foyer der Stuttgarter Nachrichten macht es möglich. Nächster Gast ist am 17. März der Tänzer, Choreogaf, Festivalmacher und Tanzvermittler Eric Gauthier.

Stuttgart - Näher dran an herausragenden Persönlichkeiten aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Sport? Der Treffpunkt Foyer der Stuttgarter Nachrichten macht es möglich. Nächster Gast ist am Dienstag, 17. März, der Tänzer, Choreogaf, Festivalmacher und Tanzvermittler Eric Gauthier. Beginn im Mozartsaal der Liederhalle Stuttgart ist um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist notwendig – unter www.stn.de/foyer.

Gauthier kennt nur eine Richtung: vorwärts

Eric Gauthier kennt nur eine Richtung – vorwärts. Und dies am liebsten auf allen denkbaren Wegen gleichzeitig. Die großen Erfolge als Solist des Stuttgarter Balletts in der Ära von Intendant Reid Anderson? Das war schön, sicher. Die Begeisterung, die er als Choreograf schon mit seinen ersten Stücken auslöste? Ein Lächeln ist Gauthier gerade noch zu entlocken – und doch ist er schon wieder in der Zukunft. „Colours“, sagt er, „wird 2021 noch toller“.

OB Kuhn: Gauthier und sein Ensemble faszinieren

Aus dem Stand heraus hat sich das 2015 gegründete Tanzfestival international als Schrittmacher der Verbindung von Spitzenkunst und Angeboten für alle Bevölkerungsschichten jeden Alters etabliert. Das ­Theaterhaus Stuttgart als Bühne herausragender Tanzkunst, die Straßen und Plätze der Landeshauptstadt als offene Tanz-Bühne für alle – so begeisterte „Colours“ auch 2017 und 2019. Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) sieht Gauthier denn auch als Botschafter im besten Sinn: „Eric Gauthier und sein Ensemble“, sagt Kuhn, „faszinieren mit ihrer tänzerischen Ausdruckskraft und inspirieren die Tanzstadt Stuttgart. Er bringt den modernen Tanz in die ganze Stadt.“

Eisenmann lobt Mut zu „positiv-verrückten Aktionen“

Zur Freude auch von Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann. Als Kulturbürgermeisterin der Landeshauptstadt begleitete sie bis 2016 den 2007 begonnenen Weg von Eric Gauthier im und mit dem Theaterhaus Stuttgart – den Schritt vom Tänzer zum Lenker von Gauthier Dance. „Eric Gauthier“, sagt die CDU-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl 2021, „ist eine tolle Persönlichkeit. Als außergewöhnlicher Tänzer steht er nicht nur für Hochkultur. Ihm ist es gelungen, den Tanz in die Mitte der Gesellschaft zu holen und dort zu etablieren. Weil er es wagt, neue Dinge auszuprobieren und zum Beispiel positiv-verrückte Aktionen wie Flashmobs zu organisieren.“

Bewegung gegen das Vergessen

„Hinzu kommt“, sagt Eisenmann weiter, „dass er sozial sehr engagiert und einfach ein charmanter Typ ist“. Tatsächlich verbindet sich beides, wenn Eric Gauthier mit dem Gauthier Dance Mobil unterwegs ist – ebenso Kindergärten wie Senioren und Pflegeheime ansteuert. Eng verbunden ist Gauthier der Alzheimer-Stiftung Baden-Württemberg. „Mein Vater“, sagt Gauthier, „ist Neurologe und forscht über Alzheimer. Ich habe also schon als Kind sehr viel von dieser Krankheit mitbekommen.“ Bewegung gegen das Vergessen ist Gauthiers Leitlinie – und bewegt damit auch Tanz-Weggefährten. Mehrfach schon hat Gauthier so zur Benefiz-Gala zugunsten der Alzheimer-Stiftung ins Theaterhaus Stuttgart eingeladen.

Herausforderung für das Theaterhaus Stuttgart

An dessen Spitze ist man sich des ­Gewichts von Gauthier Dance beziehungs­weise der Dance Company Theaterhaus Stuttgart „sehr bewusst“, wie Werner Schretzmeier als Theaterhaus-Leiter sagt. „Eric Gauthiers Wunsch und Idee, eigene Wege zu gehen, im Theaterhaus einen festen und zugleich anderen Ort für den zeitgenössischen Tanz zu entwickeln“, betont Schretzmeier, „war eine enorme Herausforderung für uns alle“. Jedoch: Schretzmeier ist erfahren genug, das scheinbar Unmögliche möglich zu machen – „vorausgesetzt das Vertrauen zwischen allen Beteiligten stimmt“.

Abenteuer „Swan Lakes“

Längst ist Gauthier Dance eine ­Erfolgsgeschichte. Auch und gerade deshalb, weil Eric Gauthier seiner mit 16 Tänzerinnen und Tänzern besetzten Kompanie permanent künstlerische Gegensätze verordnet. Programmatisch zeigt dies die nächste große Premiere von Gauthier Dance – „Swan Lakes“ am 18. Juni. Vier international agierende Starchoreografen – Marie Chouinard, Hofesh Shechter, Cayetano Soto und der lange als Hauschoreograf des Stuttgarter Balletts agierende und jetzt als Ballett­direktor in Hannover erfolgreiche Marco Goecke – entwickeln jeweils 20-minütige „Schwanensee“-Interpretationen.

Raum für junge Talente

Da passt es, dass Gauthier, dessen Theaterhaus-Start untrennbar mit dem väterlichen Freund und bis heute großartigen Charaktertänzer Egon Madsen verbunden ist, mit dem Format „Out of the Box“ schon vor Jahren eine Reihe für Stücke junger Choreografen entwickelt hat. Bereits am 29. März ist hier der nächste Abend zu erleben – dieses Mal im großen Theaterhaus-Saal T1, und folglich heißt der Abend, an dem auch sechs Tänzerinnen und Tänzer von Gauthier Dance (Louiza Avraam, Réginald Lefebvre, Alessio Marchini, Jonathan dos Santos, Robert Stephen und Theophilus Veselý) ihre Lust zeigen, Tanzstücke zu entwickeln, „Out of the Big Box“.

Choreografie-Stars arbeiten mit Gauthier Dance

„Das ist für uns alle wirklich das Spezielle“, sagt Werner Schretzmeier, „dass die Arbeit mit Eric Gauthier und der Kompanie genau diese Herausforderung bleibt, die wir von Anfang an bewusst gesucht haben“. Für Gauthier Dance geschaffene Werke von Tanzwelt-Größen wie Christian Spuck, Mauro Bigonzetti und Marco Goecke stehen ebenso für diesen Weg wie ein Repertoire, das zudem mit Stücken von William Forsythe, Jiří Kylián, Itzik Galili, Lightfoot/León und Hans van Manen aufwarten kann.

Mit der Filmkamera weltweit unterwegs

Tanz-Tausendsassa, Begeisterer, Multitalent – viele Begriffe scheinen für Eric Gauthier richtig. „Tanz“, sagt Gauthier, Markenbotschafter der Mercedes Benz-Bank, „verbindet Menschen überall auf der Welt“. Und so heißt sein jüngster Streich, eine mit dem und für den Südwestrundfunk entstandene Filmreihe, treffend „Dance Around The World“. Sie zeigt Gauthier als international agierenden Vermittler der Tanzkunst. Nach Tel Aviv führte die erste Ausgabe. Bei der Filmschau Baden-Württemberg im Dezember im Kino gezeigt, ist der Film im Juni im Südwestfernsehen zu sehen. Für Mai sind die Dreharbeiten zur zweiten „Dance Around the World“-Folge angesetzt – „dann“, sagt Gauthier, „geht es nach Holland“.

Treffpunkt Foyer am 17. März in der Liederhalle

Zuvor aber ist Eric Gauthier, weltweit gefeiert als Tänzer, für seine Choreografien schon 2011 mit dem Deutschen Tanzpreis Zukunft ausgezeichnet, und auch für sein soziales Engagement offiziell geehrt, am 17. März Gast beim Treffpunkt Foyer unserer Zeitung.

Ein Abend mit Diskussion, Tanz und Musik

Was treibt Eric Gauthier als Künstler, als Leiter einer eigenen Kompanie, als Festival-Macher und in seinem sozialen Engagement an? Wie sieht er die Lage der Tanzensembles in Deutschland an sich? Und wie geht es weiter mit Gauthier Dance? Welche Sicherungen sind seit der 2019 abgewendeten Theaterhaus-Insolvenz für die Dance Company Theaterhaus Stuttgart eingezogen? Auf diese und andere Fragen wird Eric Gauthier am 17. März (Beginn: 19.30 Uhr) im Mozartsaal der Liederhalle Stuttgart antworten. „Und natürlich“, verspricht Eric Gauthier, „wird auf der Bühne auch Gauthier Dance zu ­erleben sein“.

So können Sie dabei sein

Was? Treffpunkt Foyer mit dem Tänzer, Choreografen, Kompanie-Lenker, Festivalmacher, Tanzvermittler und Musiker Eric Gauthier.

Wo? Am Dienstag, 17. März im Mozartsaal der Liederhalle Stuttgart. Beginn ist um 19.30 Uhr (Einlass 18.45 Uhr).

Wie? Der Abend bietet ein Podiumsgespräch und Live-Blicke in die tänzerische und musikalische Arbeit von Eric Gauthier und Gauthier Dance. Die Moderation hat Nikolai B. Forstbauer, Titelautor der „Stuttgarter Nachrichten“. Anmelden können Sie sich für den 17. März unter www.stn.de/foyer.

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