Das Opernhaus Stuttgart Foto: Leif Piechowski

Sie lenken das größte Drei­spartenhaus der Welt: Reid Anderson, Armin Petras und Jossi Wieler als künstlerische Intendanten der Staatstheater Stuttgart, Marc-Oliver Hendriks als Geschäftsführender Intendant. Wir holen sie gemeinsam zum treffpunkt foyer auf die Bühne.

Der Abend

Die Staatstheater Stuttgart sind das weltweit größte Dreispartenhaus. Zudem erreichen das Stuttgarter Ballett, die Oper und das Schauspiel Stuttgart immer wieder nationale und internationale Spitzenplätze. Die Gleichberechtigung der künstlerischen Spartenintendanten Reid Anderson (Ballett), Armin Petras (Schauspiel) und Jossi Wieler (Oper) sowie des Geschäftsführenden Intendanten (Marc-Oliver Hendriks) gilt als Erfolgsmodell. Auslastungszahlen zwischen 85 und 95 Prozent in den Spielstätten Opernhaus, Schauspielhaus, Kammertheater und Nord belegen den starken Rückhalt in der Bürgerschaft.

Und doch stehen die durch das Land ­Baden-Württemberg und die Landeshauptstadt Stuttgart gemeinsam getragenen Staatstheater vor gewaltigen Herausforderungen. Hinter den Kulissen wird heftig um eine umfassende Sanierung des Opern­hauses und um eine bauliche Erweiterung des Gesamtkomplexes gerungen. Auf bis zu 300 Millionen Euro wird eine „große Lösung“ veranschlagt.

Parallel müssen die Staatstheater neue Publikumskreise erschließen und auf den Generationenwechsel mit all seinen Folgen auch für eine neue öffentliche Präsenz ­reagieren.

Ist das Erfolgsmodell Staatstheater Stuttgart für diese Herausforderungen gerüstet? Und welche Auswirkungen haben diese auf die künstlerische Arbeit? Wir fragen bei den Verantwortlichen nach – und freuen uns ­zugleich über einen Live-Einblick in die Arbeit des Stuttgarter ­Balletts auf unserer treffpunkt-­foyer-Bühne im Mozartsaal der ­Liederhalle Stuttgart.

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Die Gäste

Reid Anderson: Kann man das große Erbe John Crankos und des Stuttgarter Ballettwunders bewahren und doch ganz neue choreografische und tänzerische Wege gehen? Für den Kanadier Reid Anderson gehört beides zwingend zusammen. Seit 1996 lenkt er das Stuttgarter Ballett – und konnte bis heute die internationale Wertschätzung für das Stuttgarter Ballett ebenso ausbauen wie auch tatsächlich neue Wege gehen. Anderson vertraute jungen Choreografen wie Christian Spuck und Marco Goecke zentrale Produktionen an – mit Erfolg. Ebenso beeindruckt die Entwicklung immer neuer junger Tänzerpersönlichkeiten bis hin zu aktuellen Stars wie Friedemann Vogel und Alicia Amatriain.

Armin Petras: Der Schauspiel-Intendant ist der „jüngste“ im Leitungsquartett der Staatstheater Stuttgart. Auch in seiner zweiten Spielzeit begeistert Petras das Publikum mit konsequentem Schauspielertheater, das sich auf Größen wie Edgar Selge, Holger Stockhaus, Anja Schneider, Astrid Meyerfeldt, Wolfgang Michalek oder auch (als prominente Gäste) Fritzi Haberlandt, Peter Kurth und Franziska Walser stützt. Binnen kurzem hat Armin Petras im schauspielbegeisterten Stuttgart eine regelrechte Euphorie ausgelöst.

Jossi Wieler: Bereits in der Ära Zehelein als Regisseur ein Garant für wegweisendes zeitgenössisches Musiktheater, geht Jossi Wieler als Intendant der Oper Stuttgart diesen Weg konsequent weiter. Dazu gehört, weniger bekannte Stücke wie etwa Edison Denisows „Schaum der Tage“ oder Jommellis „Berenike“ wiederzuentdecken, scheinbar Seichtes wie Bellinis „Nachtwandlerin“ neu zu befragen und das Repertoire exzellent zu pflegen. Und dazu gehören ebenfalls ein gutes Sänger-Ensemble, ein hoher Stellenwert der Dramaturgie und das Grundverständnis von Musiktheater als konzentriertem Teamwork.

Marc-Oliver Hendriks: Als Geschäftsführender Intendant ist der 43-Jährige gleichermaßen Herr der Zahlen wie auch Motor der Visionen. Gilt dies zunächst einmal für seine Rolle als Ermöglicher künstlerischer Projekte, so gilt es ebenfalls für die Weiterentwicklung der Staatstheater Stuttgart. Künstlerische ­Wegmarken und bauliche Wegmarken sind dabei kaum mehr zu trennen, greift doch ­etwa die Herkulesaufgabe der Sanierung des Opernhauses – Spielstätte von Oper und Ballett – tief in die Gesamtstruktur der Staatstheater ein. Hendriks’ Position dabei ist klar: Im Zuge der Opernhaus-Sanierung soll parallel eine bauliche Erweiterung ­Flächen für zeitgerechte Serviceangebote des „Unternehmens“ Staatstheater bringen.

Exklusiver Auftritt

Bei den treffpunkt-foyer-Abenden unserer Zeitung sind unsere Leserinnen und Leser immer näher dran an den Entscheidern. Wenn es um die Staatstheater Stuttgart und damit um die Zukunft der weithin gefeierten Oper Stuttgart, des Schauspiels Stuttgart und des Stuttgarter Balletts geht, darf es noch ein wenig mehr sein. Dann heißt näher dran auch, ­exklusiv das Stuttgarter Ballett auf der treffpunkt-foyer-Bühne im Mozartsaal der Liederhalle Stuttgart zu erleben. Das Stuttgarter Ballett tanzt die Stücke „Mobile“ und „Are You as Big as Me?“

Leser fragen

Sie haben Fragen an Reid Anderson, Marc-Oliver Hendriks, Armin Petras und Jossi Wieler? Wir nehmen diese gerne vorab auf und machen sie am treffpunkt-foyer-Abend am 20. Februar im Mozartsaal der Liederhalle Stuttgart zu einem eigenen Themenblock. Senden Sie uns Ihre Frage an ­kultur@stn.zgs.de/foyer – und bereichern Sie mit Ihrem Impuls die Diskussion.

Die Herausforderungen

Die Sanierung des Opernhauses und die bauliche Erweiterung des Staatstheater-Komplexes zwischen Opernhaus und Landtag bestimmt aktuell die öffentliche Diskussion über die Zukunft der Staatstheater Stuttgart. Aber es gibt noch mehr ­Herausforderungen: Zu stemmen ist der Neubau der John-Cranko-Schule des Stuttgarter ­Balletts, zu überprüfen sind aber auch Kosten- und Arbeitsstrukturen des bisherigen Erfolgsmodells Staatstheater Stuttgart.

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