Michelle und Marlon kannten sich schon vor dem Start des Drehs. Foto: Joyn

Statt wie vorgesehen erst vor dem Altar, haben Michelle und Marlon sich schon vor den Dreharbeiten heimlich getroffen und damit die Produktion und die Zuschauer getäuscht.

Der wohl größte Regelbruch in der Geschichte von „Hochzeit auf den ersten Blick“ erschüttert derzeit das Format. Die Kornwestheimer Kandidatin Michelle und ihr zugeteilter Ehemann Marlon trafen sich bereits vor Drehbeginn. Ein klarer Verstoß gegen das Grundprinzip der Sendung, die zwei einander völlig unbekannte Menschen erst am Traualtar zusammenführen soll.

 

Normalerweise verlassen sich die Teilnehmer auf das Expertenteam um Psychotherapeutin Sandra Köhldorfer, Paartherapeutin Beate Quinn und Diplom-Psychologe Markus Ernst. Sie bestimmen per wissenschaftlichem Matching, wer zueinander passt. Erst kurz vor dem Ja-Wort treffen die zukünftigen Eheleute begleitet von einem Kamerateam aufeinander.

Vertrauen und völlige Transparenz bilden dabei das Fundament des Experiments. Doch genau dieses geriet ins Wanken, als die Experten von dem heimlichen Treffen erfuhren. In der aktuellen Sendung sagt Beate Quinn: „Aus Marlons Umfeld haben wir gehört, dass die beiden sich schon vor der Hochzeit getroffen haben.“ Der Sender Sat.1 ließ Fragen unserer Redaktion unbeantwortet, auch Michelle reagierte nicht auf unsere Anfrage zu ihrer Show-Teilnahme. In der Sendung selbst wird jedoch deutlich, wie die Experten von dem Geheimtreffen erfuhren.

Braut kontaktiert ihren zukünftigen Ehemann vor den Dreharbeiten

In der Folge der „Herzenstage“ in Tirol, wo alle teilnehmenden Paare aufeinandertreffen, konfrontieren Beate Quinn und Markus Ernst das Paar. Zunächst zögern beide, doch dann gesteht Marlon: „Es ist ein Name gefallen, und so war es meiner Frau möglich, mich zu kontaktieren.“

Laut Informationen der Experten habe Michelle durch einen Zufall den Namen von Marlon herausgefunden und ihn dann auf Social Media entdeckt. In der Sendung erklärt Quinn dazu: „Es ist ein klarer Regelverstoß und es enttäuscht uns sehr.“ Das Team wolle, dass die erste Begegnung ganz besonders bleibt. „Die beiden haben sich diesen Augenblick genommen, und auch nicht wirklich Hochzeit auf den ersten Blick gelebt.“

Das Paar heiratete auf den zweiten Blick. Foto: Joyn

„Jeder Funke Sicherheit fühlt sich in dem Moment gut an“

Marlon versucht in der Episode zu erklären, der geheime Kontakt sei für ihn und Michelle „irgendwie auch schön“ gewesen – ein gemeinsames Geheimnis, das die beiden in der Anfangszeit einander nähergebracht habe. Auch Michelle sagt in der Sendung: „Das war im Nachhinein betrachtet vielleicht kein guter Weg.“ Sie sei sehr aufgeregt gewesen.

„Jeder Funke Sicherheit fühlt sich in dem Moment gut an.“ Wie sie jedoch überhaupt an Marlons Namen gelangte, bleibt ungeklärt. Quinn betont in der Folge: „Das gab es bei Hochzeit auf den ersten Blick noch nie.“

Für die Experten entsteht während der Folge ein Dilemma. Sie wollen das TV-Format schützen, ohne ein aufkeimendes Paar zu zerstören. „Wir sind Botschafter der Liebe und freuen uns, dass sich zwischen Ihnen was anbahnt“, sagt Quinn in der Sendung. Das wolle das Team nicht zerstören. Marlon und Michelle bleiben Teil des Experiments, sollen die Geschehnisse aber vorerst für sich behalten. „Die anderen Paare sollen sich auf sich konzentrieren können“, betont die Expertin vor der Kamera.

Ob das Publikum den Vertrauensbruch verzeiht oder ob das Experiment Schaden nimmt, wird sich erst zeigen. Sicher ist nur: Noch nie wurde das Versprechen „Hochzeit auf den ersten Blick“ so konsequent gebrochen wie bei Michelle und Marlon.