Südkoreas Präsident Moon Jae In und Machthaber Kim Jong Un in Pjöngjang. Foto: KBS via APTN

Der Empfang am Flughafen ist ähnlich herzlich wie bei den letzten Gipfeln, die Mission von Staatschef Moon aber ungleich schwieriger. Die Abrüstungsverhandlungen mit Nordkorea stocken, die USA machen Druck.

Pjöngjang - Mit dem Ziel verbesserter Beziehungen zu Nordkorea und einer Belebung stockender Atomgespräche ist Südkoreas Präsident Moon Jae In zu Machthaber Kim Jong Un nach Pjöngjang gereist. Am Flughafen Sunan bereitete ihm sein Gastgeber einen pompösen Empfang: Tausende Nordkoreaner in schwarzen Anzügen und traditioneller Tracht hießen Moon und dessen Delegation willkommen. Sie schwenkten Blumensträuße, nordkoreanische Flaggen sowie weiß-blaue Fahnen mit einer Karte, die eine vereinigte koreanische Halbinsel symbolisieren sollen. Auch nordkoreanische Soldaten und Marinetruppen marschierten und nahmen bei Moons Eintreffen Haltung an.

Staatschefs umarmen sich

Wenig später wurde Moon von Kim und dessen Frau Ri Sol Ju auf dem Roten Teppich begrüßt. Die beiden Staatschefs umarmten sich, reichten sich die Hände und lächelten einander an. Die Szenen erinnerten an ihre vorangegangenen zwei Gipfel im Grenzdorf Panmunjom. Moons Visite ist die erste eines südkoreanischen Staatschefs in der Hauptstadt seit elf Jahren. Zudem ist er erst der dritte Präsident Südkoreas, der Pjöngjang für einen innerkoreanischen Gipfel besucht.

Am Mittag trafen Moon und Kim zu Gesprächen im Gasthaus Paekhwawon ein. Dort hatten sich auch die früheren südkoreanischen Staatschefs Kim Dae Jung und Roh Moo Hyun bei deren Gipfeln mit Kims Vater in den Jahren 2000 und 2007 aufgehalten.

Laut Moons Stabschef sind auch für Mittwoch Gespräche zwischen dem Präsidenten und Kim geplant, im Anschluss dürften sie gemeinsam die Ergebnisse präsentieren. Für Donnerstag ist die Rückkehr Moons nach Seoul geplant.

Das wohl schwierigste Treffen

Beobachter sehen Moons dritten Gipfel als sein wohl schwierigstes Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber an. Zuletzt mehrten sich Zweifel an der Ernsthaftigkeit von Kims Bekenntnis zu einer Entnuklearisierung Nordkoreas, die er bei seinem Gipfeltreffen mit US-Präsident Donald Trump im Juni in Singapur in Aussicht gestellt hatte.

Moon steht unter enormem Druck aus Washington, den Prozess der atomaren Abrüstung Pjöngjangs voranzutreiben. Vor seiner Abreise hatte er seinen Willen bekundet, auf „unumkehrbaren, anhaltenden Frieden“ und auf besseren Dialog zwischen Nordkorea und den USA hinzuwirken. Der Gipfel wäre „sehr bedeutsam, wenn er eine Wiederaufnahme der nordkoreanisch-amerikanischen Gespräche hervorbringen“ würde. Mit Blick auf die innerkoreanischen Beziehungen zeigte sich Moon optimistisch. Beide Seiten kämen in eine Phase, „in der wir uns jederzeit treffen können“.

Zur Moons Delegation in Nordkorea gehören Wirtschaftsgrößen wie der Samsung-Vizeaufsichtsratsvorsitzende Lee Jae Yong. Dies nährt die Hoffnung auf eine Ausweitung grenzübergreifender Geschäfte. Derzeit liegen alle großen Gemeinschaftsprojekte zwischen Nord- und Südkorea wegen der US-geführten Sanktionen gegen Pjöngjang auf Eis.

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