Tibor Wodetzky ist seit vier Jahren Hirte. Jeden Tag spaziert er mit seinen 300 Schafen, Rindern und Ziegen über die Wiesen in Ostfildern. Das Hirtenleben in einer Großstadt ist nicht immer leicht, sagt er. Wir haben ihn mit der Kamera bei der Arbeit begleitet.

Stuttgart - Vor sechs Jahren kaufte Tibor Wodetzkys ein paar Ziegen, um sich seinen Traum vom Hirtenleben zu erfüllen. 2016 gab er schließlich seine Arbeit als Koch auf und wagte den Schritt in die Selbstständigkeit. Anfangs besaß er weder einen Schubkarren noch eine Fettpresse, und unter der Arbeit eines Schäfers konnte er sich nur grob etwas vorstellen. Eine Ausbildung machte der 31-Jährige nie – stattdessen packte er bei Schafzüchtern in der Umgebung an, um einen Einblick zu bekommen.

In den vergangenen Jahren hat die Zahl der Schäfer in Deutschland weiter abgenommen. Die körperliche Arbeit ist hart, der Lohn gering. Tibor Wodetzky verdient sein Geld unter anderem durch Landschaftspflege: Wenn er mit seinen Tieren über die Flächen der Gemeinde zieht, muss dort nicht mehr gemäht werden. Dafür wird Wodetzky bezahlt. Außerdem verkauft er das Fleisch seiner Tiere.

Mal eben in den Urlaub fliegen oder am Wochenende zuhause bleiben, das geht als Hirte nicht, sagt der Stuttgarter. Im Video erzählt der 31-Jährige, warum er seinen Job trotz vieler Herausforderungen liebt.

Portraitserie „Mensch, Stuttgart!“

Diese Folge erscheint im Rahmen unserer Portraitserie Mensch Stuttgart. Stuttgart hat 610 000 Gesichter. Bekannte und unbekannte. In unserer Portraitserie stellen wir einige von ihnen vor. Was bewegt Jörg Kaufmann, das Wasenhasi-Kostüm zu tragen? Was erlebt Helmut Ramsaier in seinem Alltag als Bestatter? Und wer hätte gedacht, dass nachts auf Stuttgarts Straßen Batman um die Häuser zieht?

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