Matthias Distel alias Ikke Hüftgold hat die Dreharbeiten zu der Sendung „Plötzlich arm, plötzlich reich“ vorzeitig abgebrochen. (Archivbild) Foto: imago images/Future Image/Christoph Hardt

In einem Statement auf Instagram wirft Ikke Hüftgold Sat.1 und ImagoTV vor, für den Dreh zu „Plötzlich arm, plötzlich reich“ Traumata von minderjährigen Protagonisten ignoriert zu haben. Der Sender und die Produktionsfirma haben sich nun dazu geäußert.

Stuttgart - „Ich muss dringend etwas loswerden: Es geht um skandalöse Zustände bei Sat.1 und der ImagoTV GmbH“ – so beginnt Ikke Hüftgold ein knapp 19-minütiges Video auf Instagram. Der Schlagersänger, der mit bürgerlichem Namen Matthias Distel heißt, erhebt darin schwere Vorwürfe gegen den Sender und die Produktionsfirma, die für die Sendung „Plötzlich arm, plötzlich reich“ verantwortlich sind. Er selbst sollte an dieser TV-Show teilnehmen. Doch Distel brach den Dreh vorzeitig ab – aus moralischen Gründen. „Das Kindeswohl von zwei schwer traumatisierten Kindern wurde von den verantwortlichen Medienanstalten mit Füßen getreten!“, so der Vorwurf des Entertainers in seinem Statement.

Aber auch Imago TV meldete sich inzwischen zu Wort. In einem Interview mit „DWDL“ hat die Produktionsfirma mittlerweile „Fehler bei der Recherche“ eingeräumt: „Wir waren zu leichtgläubig.“ Der Redaktion sei klar gewesen, dass sowohl Mutter als auch Kinder eine „schwierige Trennungsgeschichte mit Gewalterfahrungen vom leiblichen Vater“ durchlebt hatten, erläutert Imago TV gegenüber dem Medium. Allerdings seien die konkreten Vorwürfe wegen Missbrauchs erst beim Dreh bekannt geworden. Die Produktionsfirma wehrt sich gegen Distels Vorwürfe, sich hilfsbedürftiger Kinder zu bedienen, um viele Zuschauer zu bekommen: „In keiner Weise geht es Imago TV darum, Familien in Notsituationen auf der Jagd nach ‚Quoten und Kapital’ auszunutzen“, so die Firma gegenüber „DWDL“.