Trainer Frank Schmidt (re.) und seine Spieler verlassen das Spielfeld auf dem Weg in die Kabine, geht’s über die Relegation nun in die Bundesliga? Foto: dpa/Friso Gentsch

Der 1. FC Heidenheim bekommt beim 0:3 in Bielefeld seine Grenzen aufgezeigt. Dennoch rechnet sich der Zweitliga-Dritte in den Relegationsspielen gegen Werder Bremen Chancen aus. Aus mehreren Gründen.

Heidenheim - Holger Sanwald steckte noch voller Adrenalin: „Das war ein fürchterliches Spiel von uns, aber letztendlich die schönste Niederlage der Vereinsgeschichte. Das ist doch verrückt“, sprudelte es aus dem Vorstandsvorsitzenden des Fußball-Zweitligisten 1. FC Heidenheim heraus. Gerade hatte sein Team beim bärenstarken Meister Arminia Bielefeld mit 0:3 verloren, doch dank des 1:5-Debakels des Hamburger SV konnte am letzten Spieltag Platz drei verteidigt werden. Sanwald musste nicht lange überlegen, bei wem er sich zu bedanken hatte: „Tausend Dank an unsere Freunde nach Sandhausen. Was sie gegen den HSV geleistet haben, verdient größten Respekt. Wir haben vergangenes Jahr am letzten Spieltag gegen Ingolstadt gewonnen und so Sandhausen etwas mitgeholfen, die Klasse zu sichern – daher hatten wir schon Hoffnung auf ihre Hilfe. Aber dass sie es so gut machen – da lacht mein Sportlerherz.“

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Dazu hat der Macher des Heidenheimer Fußballmärchens auch allen Grund. Denn der Traum von der Bundesliga lebt weiter. An diesem Donnerstag geht’s los mit dem ersten Relegationsspiel bei Werder Bremen. Das Rückspiel folgt am kommenden Montag (jeweils 20.30 Uhr/DAZN). Die Rollen sind klar verteilt. Haushoher Favorit ist der Bundesliga-16. Doch gerade darin könnte die Chance des Außenseiters von der Ostalb liegen. Dem FCH liegt diese Rolle. Zumal Werder auch noch das klare 4:1 im DFB-Pokal vom 30. Oktober 2019 im Hinterkopf haben dürfte. Nach 19 Minuten lagen die Heidenheimer schon 0:3 hinten. Gut möglich, dass Werder das Team von Trainer Frank Schmidt, zumindest im Unterbewusstsein, zu leicht nehmen wird.

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Was ebenfalls Mut macht: Nicht erst einmal hat das kampfstarke Ensemble in Blau und Rot bewiesen, dass es mit seiner überragenden Mentalität Rückschläge wegstecken kann. „Wir sind schon öfter hingefallen, aber immer wieder aufgestanden“, sagte Schmidt – und ergänzte: „Wenn dieses Spiel in Bielefeld etwas Gutes hat, dann dass wir wissen, wie es nicht geht.“

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Man werde jetzt die Wunden lecken. „Dann werden die Uhren auf Null gestellt, wir werden am Donnerstag eine andere Körperhaltung und ein anderes Gesicht zeigen“, betont der 46-Jährige. „Wir wollen eine gute Vorarbeit für das Rückspiel in Heidenheim leisten und glauben an das Wunder.“ Der Druck jedenfalls liegt beim etablierten Bundesligisten von der Weser. Ein weiterer Grund, warum der FCH seiner Mission Bundesligaaufstieg durchaus zuversichtlich entgegensieht.

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