Noch im April dieses Jahres posierte Barris in Hollywood mit seinem Batmobil Foto: dpa

Über Jahrzehnte konstruierte George Barris spektakuläre Autos für Film und Fernsehen. Der Niedergang der Fahrzeuge auf dem Bildschirm machte ihm kurz vor seinem Tod zu schaffen.

Los Angeles - George Barris, Designer legendärer Fernseh- und Filmautos wie etwa des Batmobils oder K. I. T. T., ist tot. Er starb am Donnerstag in seinem Haus im Schlaf, wie seine Schwester bestätigte. Er wäre in zwei Wochen 90 Jahre alt geworden. „Mein Vater ist jetzt in die große Werkstatt im Himmel gefahren“, schrieb sein Sohn.

„Ein Auto, ein Computer, ein Mann“, verlautet das deutsche Intro zur Kult-Serie „Knight Rider“, die von 1985 bis 1986 auf dem Sender RTL plus lief. Die Worte würdigen vor allem das Auto K. I. T. T. und seinen Schöpfer Barris und nicht Hauptdarsteller David Hasselhoff. Zwei von Barris’ berühmtesten Wagen, das legendäre Batmobil aus der Fernsehserie „Batman“ und den gruseligen Munsterwagen aus „The Munsters“, hatte er bereits 20 Jahre zuvor Mitte der 1960er Jahre entwickelt.

Auch „Starsky and Hutch“ verdanken ihren Wagen Barris

Barris war Hollywoods Mann für schräge Autos, dessen Liebe zum Automobil sich bereits früh zeigte. Im Alter von sieben Jahren bastelte er seine ersten Autos aus Balsaholz zusammen und modifizierte ihr Aussehen. Erste Auszeichnungen bei Modell-Wettbewerben folgten. Als 18-Jähriger zog es ihn schließlich nach Los Angeles, wo er einen Custom Shop eröffnete, in dem er Autos nach Kundenwünschen umbaute.

Dort sorgten seine umgewandelten Autos bald für Aufsehen und erregten das Interesse der ansässigen Filmbranche. Ende der ­1950er Jahre baute Barris seine ersten Wagen für Filme wie „High School Confidential“ (1958). Allgemeine Bekanntheit erlangte er dann mit seinem Batmobil. Der Wagen, ein umgebauter Lincoln Futura, blieb nach dem Ende der Serie in Barris’ Besitz und erzielte 2013 bei einer Auktion einen Preis von 4,62 Millionen Dollar (4,25 Millionen Euro).

In den 1970er Jahren designte Barris unter anderem auch noch einen Ford Torino für die Serie „Starsky and Hutch“ und einen Dodge Charger für „Ein Duke kommt selten allein“. In den 80ern folgte dann schließlich K. I. T. T., der sprachfähige schwarze Pontiac Trans Am aus „Knight Rider“.

Autos für James Dean und Zsa Zsa Gabor

Neben seinen Wagen für die Film- und Fernsehbranche baute Barris in seiner Werkstatt auch Autos für berühmte Privatkunden und Filmstars um. So arbeitete er 1955 für Hollywood-Legende James Dean an dessen Porsche Spyder – jenem Auto, in dem Dean wenige Wochen später zu Tode kam. Auch ein goldener Rolls-Royce für Zsa Zsa Gabor stammte aus Barris’ Werkstatt. Des Weiteren gehörten Frank Sinatra und Michael Jackson zu Barris’ Kundschaft. Mit Elvis Presley, einem regelmäßigen Kunden, entwickelte sich gar eine Freundschaft.

Zuletzt bedauerte Barris einen Niedergang des Autos in Film und Fernsehen. „Das Auto wird nicht mehr genutzt, um die Persönlichkeit des Stars auszudrücken“, sagte er der „Washington Post“ zwei Monate vor seinem Tod. Ihm falle keine Serie ein, in der Autos noch besondere Dinge tun oder lustige Charaktere sind. „Für die meisten Menschen sind sie nur noch ein Transportmittel.“