Brigitte Seiferheld (Mitte) im Jahr 2017 bei der Verleihung der Bürgermedaille der Stadt Ludwigsburg. Foto: FACTUM-WEISE/factum / simon granville

Die wohl bekannteste Ludwigsburger Rollstuhlfahrerin ist tot: An diesem Mittwoch nimmt die Stadt Abschied von Brigitte Seiferheld. Die 71-Jährige war unermüdlich im Einsatz.

Ludwigsburg - Die Ärzte hatten nicht daran geglaubt, dass das junge Mädchen, das da in ihrem Krankenhaus lag, überleben würde: Fast alles in diesem Körper war bei einem Autounfall kaputt gegangen. 16 Jahre ist Brigitte Seiferheld in jenem Juli 1965 jung – und sie hat überlebt. Und obwohl sie ohne Rollstuhl seither nicht sein konnte, hat sie ihre Frau gestanden und so viel für die Inklusion in Ludwigsburg getan, dass die Stadt würdigt: „Unsere Stadt ist ärmer an Hindernissen geworden.“

Brigitte Seiferheld war die Initiatorin des Vereins selbstbestimmt mobil, sie gehörte zum Vorstand des Sozialverbands VdK, sie betreute die Beratungsstelle barrierefreies Wohnen beim DRK, das Ludwigsburger Frauenforum hat sie auch mitgegründet. Die Betriebswirtin, die sehr hartnäckig sein konnte, hat einen Stadtplan speziell für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte herausgebracht, Einstieghilfen in Niederflurbusse organisiert und im Zweifel die Bahn angezeigt, weil der Aufzug am Bahnhof mal wieder defekt war. Immer, und in den letzten Jahren immer mehr, wurde sie fast selbstlos unterstützt von ihrem Mann Frieder, mit dem sie fast 50 Jahre verheiratet war und einen Sohn hatte. Vor drei Jahren ist sie mit der Bürgermedaille der Stadt geehrt worden.

Wie erst jetzt bekannt wurde, ist Brigitte Seiferheld Ende Mai im Alter von 71 Jahren gestorben. An diesem Mittwoch findet auf dem Neuen Friedhof in Ludwigsburg die Trauerfeier statt. „Wir sind stolz darauf, sie so lange in unserer Mitte gehabt zu haben“, schreibt der DRK Kreisverband in seiner Traueranzeige. Bestimmt gibt es viele, die so fühlen.

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