Schon bald soll der Radschnellweg angelegt werden. Foto: dpa/Christoph Schmidt

Für die Trasse des Radschnellwegs zwischen Esslingen und Reichenbach liegt bereits ein konkreter Entwurf vor.

Kreis Esslingen - Das Regierungspräsidium hat seine Hausaufgaben gemacht und wie angekündigt die Pläne für den Radschnellweg vom Fils- ins Neckartal konkretisiert. Nach einer Besprechung mit den betroffenen Kommunen im Herbst hatte die Behörde zugesagt, bis zum Jahresende eine Vorzugsvariante für die Trasse zwischen Reichenbach und Esslingen zu erarbeiten. Dieser Entwurf ist jetzt fertig und wird, wie das Landesverkehrsministerium mitteilte, zunächst den anliegenden Städten und Gemeinden vorgelegt. Im nächsten Schritt werden sich dann, vermutlich zu Beginn des nächsten Jahres, die politischen Gremien in Esslingen, Altbach, Deizisau, Plochingen und Reichenbach mit dem Vorschlag befassen. Bereits im Frühling 2021 soll mit der Entwurfsplanung begonnen werden.

Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) freut sich über den Fortschritt, wie sein Ministerium mitteilte. Der Radschnellweg vom Fils- ins Neckartal und weiter Richtung Stuttgart sei eines der wichtigsten Radverkehrsprojekte im Land. „Es ist gut, dass nun eine mögliche Trasse gefunden werden konnte“, erklärte Regierungspräsident Wolfgang Reimer. Der Radschnellweg werde einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung der Verkehrsbelastung im Neckartal leisten und eine Alternative für Pendler schaffen.

Die insgesamt 18 Kilometer lange Vor­zugs­trasse entspricht aus Sicht des Regierungspräsidiums trotz des engen und dicht bebauten Neckartals den Qualitätsstandards eines Radschnellwegs und sei im Vergleich zu alternativen Routenführungen am besten geeignet. Insbesondere die erforderliche Breite von vier Metern und die Trennung von Fuß- und Radverkehr ließen sich – im Gegensatz zu alternativen Trassen – auf der gesamten Streckenlänge einhalten. Zudem sei auf eine möglichst direkte, umweg- und kreuzungsfreie Führung und ein größtmögliches Nutzungspotenzial geachtet worden. Auf ihre technische Machbarkeit hin wurde die Vorzugsvariante bereits überprüft. Die Vereinbarkeit mit den landschafts- und umweltplanerischen Vorgaben wird zurzeit noch untersucht.

Als eine Art Appetithappen für Radfahrer wird, wie bereits berichtet, schon im nächsten Jahr ein 1,3 Kilometer langes Teilstück zwischen Reichenbach und Ebersbach entlang der alten B 10 als Demonstrationsstrecke realisiert. „Das ist aber nur der Anfang“, betont Winfried Hermann. Sein Ziel sei es, die nächsten Abschnitte schnell zu verwirklichen, fügt der Verkehrsminister hinzu. „So könnten Teile, für die kein Planfeststellungs­verfahren notwendig ist, definiert und vorab realisiert werden, um den Bürgern schon eine Mobilitätsalternative zur Verfügung zu stellen.“