Manfred Ruckh ist der Vorsitzende des Vereinsrings und organisiert die Aktion gemeinsam mit der Stadtverwaltung. Am Samstag hat auch sein Enkel Jonas (6) geholfen. Foto: Leihenseder

Bei der Wald- und Flurputzete haben mehr als 100 Ehrenamtliche angepackt und insgesamt 20 Kubikmeter Müll gesammelt. Mit dieser Aktion, die es seit mehr als 30 Jahren gibt, ist die Gemeinde aktueller denn je.

Waldenbuch - Die Trash Challenge ist der neue Trend im Netz. Überall in der Welt lassen sich Menschen mit ihren Müllsäcken ablichten und posten den Vorher-Nachher-Zustand in die Welt. Gemeinsam Müll sammeln – das macht man in Waldenbuch allerdings schon seit mehr als 30 Jahren. Am Samstag haben sich dazu wieder mehr als 100 Bürger am Feuerwehrhaus getroffen.

Es ist ein regelrechter Auflauf. Traktoren mit Anhängern parken an der Bahnhofstraße. Autos mit Hilfsbereiten halten in der Nähe. Immer mehr Menschen strömen auch zu Fuß zum Treffpunkt. Auch Bürgermeister Michael Lutz ist bereit für die Wald- und Flurputzete. Die Arbeitshandschuhe stecken schon in seiner Hosentasche. „Wir wollen nicht nur unsere Schokoladenseite zeigen“, sagt Lutz zur Begrüßung der vielen Freiwilligen und in Anspielung auf den großen Hersteller vor Ort: „Wir sind auch eine saubere Stadt.“ Und das nicht nur dank der Neutralseife, die in Waldenbuch hergestellt werde.

Sogar eine Frau aus Pforzheim macht mit

Es dauert ein wenig, bis alle mit blauen Mülltüten und Müllzangen ausgestattet und in Gruppen eingeteilt sind. Ein Traktor nach dem anderen macht sich auf den Weg. Mit dabei an diesem Morgen sind auch Lilli Fischer und ihre Söhne – der jüngste mit sechs Wochen im Tragetuch. „Wir haben schon vor zwei Jahren mitgemacht“, erzählt die 36-Jährige. „Wir haben sogar einen ganzen Auspuff gefunden“, sagt der sechsjährige Leon stolz. Und auch sein achtjähriger Bruder Finlay kann es kaum erwarten, was für Schätze sie so alles in der Landschaft entdecken werden. Fröhlich steigen sie in den Anhänger eines wartenden Traktors und tuckern davon.

Unter den Freiwilligen ist auch Angela Friebe. Die Frau aus der Nähe von Pforzheim ist an diesem Morgen extra nach Waldenbuch gekommen, um bei der Wald- und Flurputzete mitzumachen. „Meine Freundin hat mich gefragt, ob ich mitmachen möchte“, sagt Friebe. Früher habe sie in Schönaich gewohnt, sie kenne die Gegend. Nun wolle sie einfach mithelfen.

Genauso wie Michele Chiumenti. Der 37-Jährige, der früher im Jugendgemeinderat in Waldenbuch war, ist mit seinem Trupp entlang des Tieräckerwegs unterwegs. Langsam schreiten die Helfer den Weg entlang. Da liegt ein Bonbonpapier, dort eine Plastiktüte. Selbst ein recht ramponiertes Handy finden sie am Wegesrand. Im Graben neben der Straße hat Chiumenti auch etwas entdeckt und beugt sich tief hinunter, um an den Schatz zu kommen. „Ich habe schon als Kind bei der Putzete mitgemacht. Es ist schrecklich, wie viel Müll in der Landschaft verstreut liegt“, sagt er.

Die Kinder der Fußballabteilung machen Ordnung auf dem Spielplatz

Emsig geht es auch am Ritter-Sport-Stadion zu: Etwa 40 Kinder aus der Fußballabteilung des TSV Waldenbuch, deren Eltern und andere Mitglieder schwärmen über das Gelände und suchen alles, was nicht in die Landschaft gehört. Ein Trupp säubert den Spielplatz, andere durchstöbern das Gebüsch. Der Verein wird an diesem Morgen auch alle möglichen Dinge los, die nicht mehr gebraucht werden.

Manfred Ruckh hat ein Auge auf die ganze Wald- und Flurputzete. Der 69-Jährige ist seit elf Jahren Vorsitzender des Vereinsrings, der gemeinsam mit der Stadtverwaltung die Aktion organisiert, und hat in diesem Jahr auch seinen sechsjährigen Enkel Jonas dabei, der emsig mithilft. „Bei unserer Putzete lernen die Waldenbucher ihre Gemarkung und ihre Nachbarn näher kennen“, sagt Ruckh. Der engagierte Mann kann sich auch an frühere Säuberungsaktionen erinnern: „Wir haben sogar ganze Maschinen oder auch Dächer gefunden“, erzählt er. Heute würden die Menschen mehr auf die Landschaft achten und nicht mehr so viel wegwerfen. Aber es seien noch immer manche Unordentliche unterwegs.

Und die haben doch so einiges hinterlassen: An Ende der Aktion haben die mehr als 100 Helfer insgesamt 20 Kubikmeter Müll aus Wald und Flur geholt.

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