Der VfB Stuttgart will noch einmal auf dem Transfermarkt zuschlagen. Im Fokus steht dabei ein Innenverteidiger, mit einem Kandidaten ist man wohl sehr weit. Doch er ist nicht allein.
Dass der VfB Stuttgart noch intensiv nach einem Innenverteidiger Ausschau hält, ist keine Neuigkeit. „Wir sind noch nicht komplett“, wiederholt VfB-Trainer Sebastian Hoeneß in diesen Tagen fast gebetsmühlenartig, wenn die Fragen zu dem ihm zur Verfügung stehenden Kader kommen. Zwar hat der Supercup in Leverkusen (3:4 i. E.) gezeigt, dass seine Mannschaft schon sehr gut gerüstet ist. Aber das Spiel hat auch offenbart, wo es in der Abwehr qualitativ einen Abfall gibt, wenn auch keinen riesigen. Insbesondere Anthony Rouault war es nämlich, der hier und da wackelte. Genau auf dieser Position des rechten Innenverteidigers sucht man bei den Schwaben noch Verstärkung. „Ein absoluter Qualitätsspieler“ soll noch kommen, bestätigte denn auch Hoeneß.
Jetzt aber befindet sich die Suche auf der Zielgeraden – und die Anzeichen verdichten sich, dass Loic Badé zum Bundesligisten stoßen wird, um die durch den Abgang von Waldemar Anton entstandene Lücke zu füllen. Der 24-Jährige gewann zuletzt mit Frankreich (mit Enzo Millot im Team) die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen – und passt in das Anforderungsprofil. Rechtsfuß, mit 1,91 Metern robust, gut im Spielaufbau, zudem schon auf Profiniveau erprobt: Für den FC Sevilla kam er 47-mal in der höchsten spanischen Liga zum Einsatz (und zuvor 46-mal in der französischen Ligue 1) und absolvierte in der Vorsaison auch zwei Spiele in der Champions League für Sevilla.
Badé wäre ein weiterer Franzose für die Stuttgarter Verteidigung – neben Anthony Rouault und Dan-Axel Zagadou. Zudem spricht auch Neuzugang Jeff Chabot, der neue Abwehrchef der Weiß-Roten, gut Französisch. Spanische Medien berichten bereits von einer grundsätzlichen Einigung zwischen den Vereinen, eine gestaffelte Ablöse im Bereich von 20 Millionen Euro soll es werden, die Sockelablöse für Baldé soll bei 16 Millionen Euro liegen. Was nach einer relativ weit fortgeschrittenen Personalie klingt, wollte Sportvorstand Fabian Wohlgemuth so auf Nachfrage nicht bestätigen. „Es ist ja bekannt, dass wir im Defensivverbund noch etwas tun wollen, wenn sich für uns eine darstellbare Möglichkeit ergibt“, sagte Wohlgemuth, der die spanischen Medienberichte „nicht kommentieren wollte.“
Der Club wolle jedoch„bis zum Ende der Transferperiode“ eine weitere Verpflichtung umsetzen, ohne sich „von der Dynamik des Transfermarktes treiben zu lassen“, so Wohlgemuth weiter. Ohnehin scheint Baldé nicht das einzige Eisen im Feuer des VfB zu sein. Auch Armel Bella-Kotchap, der eigentlich schon aus dem Rennen war, aber dann doch nicht nach Hoffenheim gewechselt ist, ist wieder in der internen Diskussion. Nach Informationen unserer Redaktion gibt es noch einen weiteren Kandidaten, mit dem man sich intensiv beschäftigt, dessen Name allerdings bislang noch nicht publik wurde. Er soll seine Brötchen bisher in Großbritannien verdienen.
Klingt alles in allem so, als würden die letzten Tage des Transferfensters, das in Deutschland bis zum 30. August (18 Uhr) geöffnet ist, noch ganz unterhaltsam. Denn neben potenziellen Neuzugängen will der VfB auch noch den einen oder anderen Spieler ohne große Perspektive abgeben, etwa Mohamed Sankoh, Wahid Faghir, Luca Pfeiffer oder Ömer Beyaz.