Trampolinturnen Leonie Adam löst das Olympia-Ticket

Von Marco Seliger 

Große Flugschau: Trampolinturnerin Leonie Adam ist in Rio dabei. Foto: Getty
Große Flugschau: Trampolinturnerin Leonie Adam ist in Rio dabei. Foto: Getty

Leonie Adam vom MTV Stuttgart hat es geschafft: Die Trampolinturnerin ist bei den Olympischen Spielen in Rio dabei. Die Qualifikation war nichts für schwache Nerven.

Stuttgart/Rio de Janeiro - Was für eine Spannung – und was für ein glückliches Ende: Trampolinturnerin Leonie Adam (23) vom MTV Stuttgart hat im letzten Moment das Ticket für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro gelöst. Die deutsche Meisterin landete bei der Qualifikation in Rio nach dem Vorkampf auf dem neunten Rang und verpasste das Finale. Eigentlich hätte diese Platzierung das Aus für Rio bedeutet, Leonie Adam hätte zumindest Achte werden müssen, um bei den Sommerspielen dabei zu sein. Da die 23-Jährige aber die fünftbeste Platzierung einer Sportlerin aus einer nicht bereits qualifizierten Nation belegte, reichte der Platz für die Olympia-Qualifikation – vor Adam lagen Turnerinnen aus Nationen, die sich bereits für Rio qualifiziert hatten.

Adam erwischte in der Pflicht einen guten Einstand (44,655 Punkte). Auch in der Kür zeigte sich die Studentin mit 51,650 Punkten stabil. „Sie hat sich nach einer etwas niedrig bewerteten Pflicht enorm steigern können und hat sich mit einer fehlerlosen Kür das Ticket für die Olympischen Spiele verdient erkämpft“, sagte Wolfgang Willam, der Sportdirektor des Deutsche Turnerbunds (DTB).

In der Wettkampfhalle gibt es Komplikationen

Leonie Adam ist bei den Sommerspielen im August die einzige deutsche Vertreterin im Trampolinturnen. Die deutschen Männer mussten bereits im vergangenen Jahr nach ihrem schwachen Abschneiden bei den Weltmeisterschaften im dänischen Odense alle Hoffnungen auf einen Start in Brasilien begraben. Leonie Adam dagegen hatte bei der WM das Halbfinale erreicht und sich damit eine Startberechtigung für den olympischen Testwettbewerb in Rio erkämpft. Der Sieg in Rio ging an Weltmeisterin Li Dan, die sich vor ihrer chinesischen Teamkollegin Liu Lingling sowie Tatjana Pjatrenja aus Weißrussland durchsetzte.

Zwischendurch hatte es in der Wettkampfhalle eine etwa 15 Minuten lange Unterbrechung wegen Beleuchtungsproblemen gegeben. An den Vortagen hatten ein streunender Hund, eine herabstürzende Werbetafel sowie ein Stromausfall für Komplikationen gesorgt. Nach einem Ruhetag an diesem Mittwoch gehen die olympischen Qualifikationswettkämpfe im Turnen am mit der Einzelkonkurrenz in der Rhythmischen Sportgymnastik weiter. Für den DTB starten die Schmidenerin Jana Berezko-Marggrander sowie Laura Jung aus St. Wendel. Am Freitag geht auch die DTB-Gruppe auf die Wettkampffläche, wenn in dieser Disziplin die letzten Olympia-Tickets vergeben werden.

 

 

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