Es strahlt in Rot und Grün auf dem Trainingsplatz. Mittendrin der neue FCE-Coach Tobias Hofmann. Foto: Nico Bauhof

Fußball-Verbandsligist FC Esslingen startet mit einem neuen Trainerduo, 15 Zugängen und einer guten Portion Zuversicht in die Saisonvorbereitung.

Die Saisonvorbereitung ist die Zeit der schweren Beine und der Zuversicht. Und ein bisschen der Unsicherheit. All das trifft auch auf die Verbandsliga-Fußballer des FC Esslingen zu, die in der vergangenen Saison gerade so noch dem Abstieg entronnen sind, anschließend einen großen personellen Umbruch inklusive neuem Trainerduo einleiteten – und sich seit dieser Woche wieder im Training befinden.

 

Es sind gleich einige neue Erfahrungen, die die FCE-Kicker und ihr Umfeld in den vergangenen Monaten (durch-) gemacht haben. Abstiegskampf kannten sie nicht und so viele personelle Wechsel gab es auch nicht, seit die Mannschaft im Sommer 2018 in den Spielbetrieb eingestiegen ist. Einiges davon war gewollt, einiges nicht. So hätte der FCE etwa Lukas Glaser (zur TSG Backnang) und Amir Brockman (Türkspor Neckarsulm) gerne gehalten, wurde von den Spielern aber frühzeitig über ihre Wechselabsichten informiert, die entsprechend auf Verständnis stießen. Etwas anders war es bei Jonas Eichinger, der nach starken Leistungen in der Endphase der vergangenen Saison kurzfristig Brockman nach Neckarsulm folgte. Für ihn hat der FCE ebenso kurzfristig Till Schubert vom Nachwuchs des VfB Stuttgart für die rechte Außenbahn verpflichtet. Nach David Micko ist Schubert, der noch in der A-Jugend spielen könnte, der zweite Spieler, der in Esslingen ausgebildet wurde und nach einem Ausflug in die Fremde – in Mickos Fall zu den Stuttgarter Kickers und Calcio Leinfelden-Echterdingen – zurückkehrte. So stammen acht der 15 Zugänge direkt oder indirekt aus dem eigenen Nachwuchs. 14 Abgänge stehen dem entgegen.

Viel Jugend, ein bisschen Erfahrung

„Die Mannschaft ist jung“, sagt Tobias Hofmann, der mit seinem Assistenten Taner Has den Trainerposten übernommen hat. Aber in Luis Miguel Pereira Almeida kommt zumindest ein erfahrener Spieler von der TSG Tübingen, der mit seinen 29 gerade mal ein Jahr jünger ist als sein Coach. Hofmann, der vom A-Ligisten VfR Murrhardt kam, freut sich darauf, daraus ein Team zu formen. Die große Revolution wird er nicht ausrufen – alleine schon deshalb, weil das Credo beim FCE ist, ein Spielsystem von der Jugend bis zum Verbandsligateam durchzuziehen. „Es ändert sich immer etwas, wenn ein Neuer kommt. Aber ich finde es gut, dass ein Trainer gesucht wurde, der zum Verein passt“, sagt er – und findet sich darin wieder sowie an der richtigen Stelle.

Die ersten Einheiten verfolgt auch Sportvorstand Tobias Schlauch mit großem Interesse. „Ob die Mischung stimmt, wird man sehen“, sagt er, ist aber davon überzeugt, die richtigen Transfers getätigt zu haben. Er macht sich jedenfalls keine allzu großen Sorgen, dass es lange dauern wird, bis sich die Mannschaft findet. Zu ihrem ersten Pflichtspiel erwartet sie am 26. Juli (15.30 Uhr) Oberligist VfR Aalen im WFV-Pokal, zuvor geht es nach Nußdorf ins Trainingslager.

Dort will auch Kevin Prekaj so sehr auf sich aufmerksam machen, dass es für einen Startelf-Einsatz gegen Aalen reicht. Der 21-jährige Offensivspieler ist gemeinsam mit drei weiteren Fußballern vom Absteiger TV Echterdingen gekommen. „Dass so viele Neue dabei sind, ist auch eine Chance“, sagt er und hat viel positives Feedback auf seinen Wechsel bekommen, auch von seinen früheren Kameraden beim TV Nellingen: „Die finden das cool.“

Über konkrete Ziele will beim FCE so kurz nach dem Trainingsauftakt freilich noch niemand reden. Klar ist aber, dass es nicht wieder eine Zittersaison werden soll. „Es gibt immer wieder schwächere Phasen, die muss man überstehen“, nimmt Neu-Trainer Hofmann als Lehre aus der vergangenen Runde mit. Er stand da bereits oft als Beobachter zwischen den Zuschauern und war auch eng in die Kaderplanung einbezogen. Sportvorstand Schlauch betont derweil, dass das mit dem großen Umbruch nicht zur Gewohnheit werden soll. „Gerade mit den vielen jungen Spielern haben wir eine Basis für die nächsten zwei bis drei Jahre gelegt“, sagt er voller Zuversicht.