Nach der furiosen Vorsaison nimmt der VfB Stuttgart an diesem Donnerstag das Training mit Blick auf die neue Runde wieder auf. Der große Wermutstropfen dabei: Die Fans können beim Saison-Opening diesmal aufgrund der EM im benachbarten Stadion nicht dabei sein.
Es ist Trainingsauftakt an diesem Donnerstag (10.30 Uhr) beim Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart – doch anders als in der Vorsaison müssen die Fans wieder draußen bleiben. Diesmal trägt nicht etwa das Corona-Virus die Schuld an dem in Sachen Öffentlichkeitsarbeit abgespeckten Programm rund um das erste Training des Vizemeisters. Vielmehr ist es die logistische Ausnahmesituation rund um den Wasen, wo in direkter Nachbarschaft des Clubgeländes an diesem Freitag (18 Uhr) das EM-Viertelfinale zwischen der DFB-Elf und Spanien ausgespielt wird.
Wie können die Fans beim VfB-Auftakt dabei sein?
Es geht eng zu dieser Tage rund um die Stuttgarter Fußballarena und das VfB-Trainingsgelände im Neckarpark. Mit der EM-Zone rund ums Stadion fehlen die Parkplätze und Aufenthaltsflächen, sie münden in quasi unlösbaren logistischen Herausforderungen und offenen Sicherheitsfragen. Einen öffentlichen Saisonstart der Cannstatter wird es daher nicht geben.
„Das Event ist nicht in der beliebten Form realisierbar. Passende und dem Bedarf entsprechende Ausweichorte stehen nicht zur Verfügung“, heißt es vom VfB, der seine Anhänger zum Startschuss der von vielen mit Spannung erwarteten Champions-League-Saison dennoch nicht im Regen stehen lässt. „Wir werden unseren Trainingsauftakt via VfB-TV und dem Youtube-Kanal des VfB live übertragen“, sagt ein Clubsprecher. Der Stadionsprecher Holger Laser wird den rund 25-minütigen Auftakt kommentieren.
Welche Spieler sind beim Auftakt dabei?
Viele neue Gesichter wird der Cheftrainer Sebastian Hoeneß auf dem Trainingsplatz an der Mercedesstraße begrüßen können. Schließlich ist das Management um den seit 1. Juli zum Sportvorstand beförderten Fabian Wohlgemuth nicht untätig gewesen: Mit Jeff Chabot und Justin Diehl (beide 1. FC Köln), Ramon Hendriks (Feyenoord Rotterdam), Yannik Keitel (SC Freiburg), Nick Woltemade (Werder Bremen), Frans Krätzig (Bayern München), Fabian Rieder (Stade Rennes) und dem Torhüter Stefan Drljaca (Dynamo Dresden) sind bereits acht neue Spieler verpflichtet worden.
Rieder wird aufgrund seines EM-Einsatzes mit der Schweiz fehlen – genauso wie sein Landsmann Leonidas Stergiou. Während Gil Dias an den portugiesischen Club FC Famalicão verkauft sowie Juan-José Perea (zum FC Zürich), Laurin Ulrich (zum SSV Ulm) und Jovan Milosevic (weiter beim FC St. Gallen) verliehen worden sind, melden sich auch die in der Vorsaison entliehenen Spieler in Bad Cannstatt zurück: Dies sind Wahid Faghir, Mohamed Sankoh, Ömer Beyaz und Thomas Kastanaras. Luca Pfeiffer laboriert an einem Mittelfußbruch – und ist in der Reha.
Dagegen steigen die zuletzt fehlenden Dan-Axel Zagadou, Nikolas Nartey und Josha Vagnoman wieder ein.
Was ist mit Starstürmer Serhou Guirassy und den EM-Fahrern?
Ebenso wie die Schweizer Rieder und Stergiou wird das deutsche EM-Quartett des VfB mit Chris Führich, Deniz Undav, Maximilian Mittelstädt und Waldemar Anton, der ohnehin zu Borussia Dortmund wechselt, zum Trainingsauftakt fehlen. Da der Wechsel von Serhou Guirassy zum BVB zwar eingetütet, aber wie im Fall von Anton noch nicht offiziell vollzogen wurde, ist der Starstürmer formal weiter Bestandteil des VfB-Kaders. Zum Trainingsauftakt wird der 28-Jährige dennoch nicht erscheinen, da er für Guinea bis Mitte Juni in der WM-Qualifikation im Einsatz war. Also hat Guirassy noch bis zum 15. Juli Urlaub. Auch Enzo Millot fehlt, da er in Frankreichs Olympia-Kader steht.
Welches Programm gilt es zu absolvieren?
Es gab Zeiten beim VfB, in denen jeder Spieler zunächst einen medizinischen Formcheck auf dem Laufband samt Abnahme der Blutwerte und Leistungsdaten zu absolvieren hatte, ehe es zum Saisonauftakt auf den Fußballplatz ging. Dieses Prozedere hat sich geändert. Am Donnerstag wird zunächst beim Aufgalopp der Ball im Fokus stehen, ehe die Medizinchecks im Verlauf der nächsten Tage anstehen.
Wann gibt es den VfB erstmals hautnah zu erleben?
Der Boom rund um den Verein hat neue Höhen erreicht. 107 000 Mitglieder bedeuten ein Allzeithoch. 36 000 Dauerkarten sind abgesetzt, auch das ist ein Rekord. Für die 3000 neu zu vergebenden Dauerkarten drängten sich 50 000 Mitglieder online in der Warteschleife. Am Sonntag (15 Uhr) gibt es den VfB dann erstmals hautnah zu erleben. Da tritt der Vizemeister zum Testspiel in Mulfingen, dem Sitz des Trikotsponsors Jako, gegen den Oberligisten FSV Hollenbach an. Im Rahmen der Partie will sich der Bundesligist seinen Anhängern möglichst aus nächster Nähe präsentieren. Auch öffentliche Interviews, etwa mit Trainer Sebastian Hoeneß, sind geplant.
Wie geht es danach beim Club sportlich weiter?
Sobald es die EM zulässt, wird es beim VfB auch wieder öffentliche Trainingseinheiten geben. Am Samstag, 13. Juli (15 Uhr), tritt der Club beim FC Luzern an. Eine Woche später, 20. Juli (14 Uhr), geht es in Heilbronn gegen die Niederländer von Fortuna Sittard, ehe die Stuttgarter vom 25. Juli bis 2. August auf Japan-Reise gehen.