Sasa Kalajdzic, Sportchef Sven Mislintat: Wohin geht die Reise? In unserer Bildergalerie bilden wir den Trainingsauftakt vom Montag ab. Foto: Baumann

Bis wann müssen sich Sasa Kalajdzic und Borna Sosa entscheiden? Was wird aus Josha Vagnoman? Wechselt womöglich ein VfB-Spieler im Tausch zum Hamburger SV? VfB-Sportchef Sven Mislintat bezog am Montag Stellung.

Gut gelaunt und mit Sommerbräune im Gesicht ließ sich Sportdirektor Sven Mislintat die erste Trainingseinheit nicht nehmen. Im Griechenland-Urlaub konnte der 49-Jährige von der nervenzehrenden vergangenen Spielzeit abschalten und Kraft tanken für die neue. Die voraussichtlich nicht weniger aufreibend werden wird.

 

Für den Sportchef geht die Arbeit nun richtig los. Es gilt, einen bundesligareifen Kader zu formen, der mit jenem, der am Montag zum Trainingsauftakt auf dem Platz stand, bei weitem nicht deckungsgleich sein wird. Diejenigen, die den ersten Stein ins Rollen bringen dürften, weilten am Montag noch im Urlaub. Sasa Kalajdzic und Borna Sosa sind die entscheidenden Variablen im Kaderpuzzle des Bundesligisten. Sie werden den Club voraussichtlich verlassen. Die Frage ist nur, wohin – und wann.

VfB muss satten Überschuss erwirtschaften

„Noch ist alles ruhig“, sagte Mislintat. Der Sportchef betonte, dass noch kein Angebot für die beiden eingegangen sei. Weder aus Bayern, Dortmund noch aus England. Wenig überraschend verkündete Mislintat: „Am liebsten wäre es mir, das Transferfenster würde jetzt schließen. Dann wären Sosa, Sasa und Orel Mangala noch hier und wir hätten eine richtig gute Mannschaft.“ Zugleich kennt der Sportchef die finanziellen Rahmenbedingungen, also ergänzte er: „Das ist nicht unsere Realität.“ Es gilt, einen satten Transferüberschuss zu erwirtschaften. Corona und der Stadionumbau, an dem der VfB knapp 25 Millionen Euro trägt, lassen grüßen.

Der VfB ist also zum Verkauf zumindest eines Teils seines Tafelsilbers gezwungen. Je früher desto besser. Doch der Transfermarkt ist kein Wunschkonzert. „Es sollte noch so viel Zeit bleiben, dass man noch handlungsfähig ist“, sagte Mislintat auf die Frage, welche Frist er seinen wechselwilligen Spielern setzen werde. Wünschenswert wäre, bis in spätestens vier Wochen Klarheit zu haben, dann bliebe bis zum Ende der Transferfrist am 1. September noch genügend Zeit, um Ersatz zu finden. Mislintats Credo: „Wir reden nicht mit fünf gleichzeitig. Wenn es mit einem nicht klappt, dann mit dem nächsten.“

Transfer von Josha Vagnoman ins Stocken geraten

Nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung für die Defensive ist weiterhin Josha Vagnoman vorgesehen. Doch die Verhandlungen mit dem Hamburger SV sind ins Stocken geraten. „Wir sind extrem weit auseinander,“ berichtete Mislintat. Was den Transfer zusätzlich kompliziert macht, sind aus Hamburg ins Spiel gebrachte Tauschkandidaten. Namentlich Wahid Faghir, Mateo Klimowicz und Roberto Massimo, wobei Letzterer bei den Hanseaten am höchsten im Kurs stehen soll. Mislintat wollte auf die Namen nicht eingehen. Der Poker, so scheint es, geht langsam in die heiße Phase.