Hinter dem VfB Stuttgart liegen erste Verhandlungen mit den beiden Trainerkandidaten Jess Thorup und Alfred Schreuder. Erste Übereinstimmungen wurden bereits erzielt.
Noch ist nicht absehbar, wie lange sich die Trainersuche beim VfB Stuttgart hinzieht. Fakt ist: Die ersten Verhandlungsgespräche mit den beiden Kandidaten Jess Thorup (52) und Alfred Schreuder (49) sind seit Montag absolviert. Nach allem, was man hört, haben sowohl Thorup als auch Schreuder einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Beide seien auch gewillt, die Stelle beim VfB und damit die Nachfolge des in der vergangenen Woche entlassenen Pellegrino Matarazzo anzutreten. Wenngleich Schreuder die Angelegenheit erst mit seinem Arbeitgeber Ajax Amsterdam klären müsste. Dort steht der Niederländer bekanntlich noch unter Vertrag.
Daraus einen Vorteil für den vereinslosen Dänen Thorup abzuleiten, wäre aber voreilig. Beides seien absolute Top-Trainer, beim VfB ist von einer 1A- und einer 1 AA-Lösung die Rede. Fußballerisch, davon ist die Trainerfindungskommission um Vorstandschef Alexander Wehrle, Sportdirektor Sven Mislintat, Organisationschef Markus Rüdt sowie Vorstandsberater Sami Khedira überzeugt, würden beide zum Tabellen-14. passen, der es am Mittwoch (20.45 Uhr) im DFB-Pokal mit Arminia Bielefeld zu tun bekommt. Sie sollen die Mannschaft in ihrem ballbesitzorientierten Spiel bestärken und zugleich das Spiel ohne Ball verbessern. Dazu gehört vor allem das frühere, aggressivere Anlaufen des Gegners. Nicht zuletzt hätten beide ihre Absicht bekundet, die vielen eigenen Talente vor allem aus dem 2005er-Jahrgang nicht aus den Augen zu verlieren.
Der Aufsichtsrat hat auch noch mitzureden
Wann eine Entscheidung für Thorup oder Schreuder fällt, ist unklar. Schließlich hat auch noch der Aufsichtsrat ein Wörtchen mitzureden. Weshalb weiter davon auszugehen ist, dass Interimstrainer Michael Wimmer den VfB auch am Samstag (15.30 Uhr) bei Borussia Dortmund noch betreuen wird. Der langjährige Assistent von Matarazzo soll auch unter dem neuen Chef – ob er nun Thorup oder Schreuder heißt – zum Stuttgarter Trainerteam gehören. Darauf haben sich die VfB-Strategen mit den beiden Chefcoach-Kandidaten verständigt.
Ein letztes mögliches, wenn auch unwahrscheinliches Szenario stellt sich wie folgt dar: Sollte sich mit keinem der beiden Kandidaten eine Einigung erzielen lassen, bestreitet Michael Wimmer die restlichen fünf Bundesligaspiele als Interimstrainer. Dann gäbe es für den VfB in der Winterpause ab Mitte November die Möglichkeit für einen neuen Anlauf. Zwei Kandidaten, die dann zu verpflichten wären, sollen bereits im Notizbuch stehen.