Geschäftsführer und Trainer Jürgen Schweikardt (li.), Rückraumspieler Kai Häfner: Hand in Hand zum Klassenverbleib? Foto: Baumann/Julia Rahn

Handball-Bundesligist TVB Stuttgart macht Geschäftsführer Jürgen Schweikardt zum Trainer. Finanziell ist das die beste Lösung, sportlich nicht die Schlechteste, doch vor allem Schweikardt selbst geht damit ein Risiko ein, meint unser Autor Jürgen Frey

Weihnachten ist nicht mehr allzu weit weg. Wir hoffen, dass das Fest der Liebe bei den Schweikardts in Bittenfeld so harmonisch verläuft wie immer und der Familienfriede durch eine sportliche Entscheidung nicht gestört wird. Denn Jürgen Schweikardt löst seinen Bruder Michael als Trainer ab, der Vater Günter segnet die pikante Personalie als einer der fünf Gesellschafter mit ab.

 

Fehleinschätzungen beim Kader

So etwas kommt im Profisport selten vor und klingt auf den ersten Blick ungewöhnlich. Und vor allem Jürgen Schweikardt selbst geht damit ein Risiko ein. Er macht zwar vor allem in den Bereichen Organisation, Marketing, Sponsoring, Außendarstellung einen klasse Job, doch sportlich geht es seit Jahren nicht entscheidend voran, die aktuellen Fehleinschätzungen in der Kaderplanung hat er maßgeblich mit zu verantworten. Auch wenn Schweikardt so oder so im Feuer stehen würde: schafft er nun als Trainer mit der verstärkten Mannschaft nicht zumindest den Klassenverbleib, ist er mit Sicherheit schwer angeschlagen, vielleicht sogar nicht mehr tragbar.

Doch der 44-Jährigen ist nicht nur aus finanziellen Gründen in der aktuell angespannten Lage kurzfristig die beste Lösung. Ihm ist es schon zweimal beim TVB Stuttgart gelungen, als Trainer frische und entscheidende Impulse zu setzen. Ihm ist auch diesmal zuzutrauen, die Wende zu schaffen. Zumal durch den Verzicht auf einen externen Trainer die dringend nötigen Verstärkungen realisiert werden konnten und ihm mit Jens Bürkle eine erfahrene Vertrauensperson mit enormer fachlicher Expertise zur Seite steht.

Es wird lauter und emotionaler

Beide kennen das Team, beide kennen die Liga, sie können ohne Eingewöhnungsphase sofort loslegen. Es dürfte lauter, direkter, emotionaler zugehen als zuvor beim Duo Michael Schweikardt/Felix Lobedank. Das wird kein Fehler sein, aber eine Garantie für die dringend benötigten Punkte ist es nicht.

Termine

Pflichtspiele
SC DHfK Leipzig – TVB Stuttgart 33:24, TVB – SG Flensburg-Handewitt 25:39, HC Erlangen – TVB 25:26, TVB – VfL Gummersbach 28:35, TVB – HSG Wetzlar 23:26, HSC 2000 Coburg – TVB (25:22/DHB-Pokal, zweite Runde), THW Kiel – TVB 29:24, TVB – MT Melsungen 27:36, TBV Lemgo Lippe – TVB 28:24, TVB – SC Magdeburg 25:36, TSV Hannover-Burgdorf – TVB 33:20, Füchse Berlin – TVB (24. November, 16.30 Uhr), TVB – HSV Hamburg (28. November, 19 Uhr), TVB – Frisch Auf Göppingen (5. Dezember, 19 Uhr), SG BBM Bietigheim – TVB (9. Dezember, 19.30 Uhr), ThSV Eisenach – TVB ( 14. Dezember, 20 Uhr), TVB – Rhein-Neckar Löwen (23. Dezember, 19.30 Uhr), TVB – 1. VfL Potsdam (27. Dezember, 19 Uhr). (jüf)