Der Fußball-Bezirksligist SV Kornwestheim trennt sich von seinem Trainer Markus Koch, dem man den Klassenverbleib nicht mehr zutraut
Wenn die Ergebnisse nicht stimmen, dann greifen die meisten Fußballvereine reflexartig zum Instrument des Trainerwechsels. Da unterscheidet sich der Amateurfußball nicht von den Profiligen. Vor allem, wenn der Club dann auch noch um den Klassenverbleib zittern muss. In akuter Abstiegsnot in der Bezirksliga Enz/Murr befindet sich auch der SV Kornwestheim. Deshalb hat die Fußball-Abteilung seinen Chefcoach Markus Koch und seine beiden Co-Trainer Aleksander Kostencevski und Karsten Hönle mit sofortiger Wirkung freigestellt.
Das ist beim Blick auf die Tabelle nicht überraschend, denn der SVK steht in der Bezirksliga Enz/Murr auf dem vorletzten Platz mit fünf Punkten Rückstand auf das rettende Ufer. Ungewöhnlich ist jedoch der Zeitpunkt, denn das Team hat in der Vorrunde an diesem Samstag (16 Uhr) beim FSV 08 Bietigheim-Bissingen sein letztes Spiel vor der Winterpause. Danach wäre ein Schnitt nachvollziehbar gewesen. „Ja, der Zeitpunkt ist etwas seltsam“, räumt Abteilungsvorstand Uwe Sülzle ein. Nach dem Sieg gegen Marbach vor drei Wochen habe man wieder Hoffnung geschöpft. Danach folgten zwei herbe Rückschläge und das 0:5 gegen den Spitzenreiter. „Wir bedauern diese Entscheidung, erhoffen uns aber, dass durch diese Maßnahme nochmals ein Ruck durch die Mannschaft geht und die dringend erforderlichen sportlichen Erfolge eintreten“, sagte Uwe Sülzle.
Markus Koch hatte Plan für Klassenverbleib des SV Kornwestheim
Der scheidende Trainer ahnte schon am Sonntagabend, dass es für ihn wohl nicht weitergehen würde. „Ich nehme das jetzt so hin, am Ende zählen eben Ergebnisse, aber ich bin davon überzeugt, dass wir den Verbleib in der Liga hinbekommen hätte“, sagte Markus Koch, zumal er die Konsequenzen aus der schlechten Hinrunde bereits gezogen habe und aktiv war, um die abstiegsgefährdeten Kornwestheimer mit neuen Spielern zu verstärken.
Der Vorstand aber glaubte nicht mehr an den Turnaround mit dem erfahrenen und bislang auch sehr erfolgreichen Coach. Markus Koch hatte schon vor der Runde gewusst, dass es eine schwierige Saison werden könnte, weil sich schon früh Probleme personeller Art auftaten. Immer wieder musste Koch aus diversen Gründen auf wichtige Leistungsträger verzichten. Das konnte das Ensemble nicht kompensieren. „Ich hoffe, dass der Club den Weg, junge Spieler aus dem eigenen Verein einzubauen, weitergeht“, sagt Koch, der jetzt erst einmal pausieren wird, mehr Zeit für Familie und Freunde haben wird und sich mit Hospitanzen in Sachen Fußball weiterbilden wird. Bis zur Winterpause – konkret für eine Partie – wird die Mannschaft von Maximilian Frenken betreut, der auch schon die zweite Mannschaft trainiert hat, als Abteilungsleiter für Herren und die Jugendtrainer im Verein zuständig ist. „Und gehen schon einige Gedanken im Kopf herum, mit wem wir dann weitermachen wollen“, sagt Sülzle. Und nicht nur das – man werde die Fühler ausstrecken, um noch die eine oder andere Verstärkung für die Rückrunde zu gewinnen und den Verbleib in der Liga zu sichern.
Mit einem positiven Erlebnis in die Winterpause
Jetzt hofft Sülzle, dass die aktuelle Mannschaft mit einem „positiven Erlebnis“ in die Winterpause geht und zumindest einen Punkt aus Bissingen mitbringt. Interimscoach Maximilian Frenken muss dabei mit denselben Problemen kämpfen wie sein Vorgänger. Leistungsträger wie Nico Schürmann und Pirmin Löffler werden wohl weiter ausfallen und jetzt hat sich auch noch Stefano Nicolazzo krank gemeldet.