Er hatte den VfB Stuttgart in der letzten Saison vor dem Abstieg gerettet. Nun soll Huub Stevens 1899 Hoffenheim aus dem Tabellenkeller holen. „Ich denke, es passt zwischen mir und Hoffenheim“, sagte Stevens. Sorgen um den Klassenerhalt macht sich der 61-Jährige indes nicht.

Zuzenhausen - 1899 Hoffenheim hat sich von seinem Trainer Markus Gisdol getrennt. Nachfolger wird der Niederländer Huub Stevens, der zuletzt den VfB Stuttgart zweimal vor dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga gerettet hatte. Die Hoffenheimer bestätigten die Verpflichtung von Stevens als neuen Trainer am Montagmittag.

Stevens hat keine Angst vor dem Abstiegskampf. „Die Saison ist noch lang, daher mache ich mir keine Sorgen um den Klassenerhalt“, sagte der Niederländer dem Kölner „Express“ (Dienstag). Der 61-Jährige beginnt seine Mission beim Tabellen-17. 1899 Hoffenheim am Samstag mit einem Auswärtsspiel beim 1. FC Köln.

„Dass ich meinen Einstand ausgerechnet bei meinem Ex-Klub in Köln feiere, ist natürlich besonders speziell. Ich freue mich auf die Aufgabe, nur meine Frau ist nicht ganz so begeistert. Aber die kennt mich und weiß, dass es mich wieder juckt“, sagte Stevens.

Stevens: Es passt zwischen mir und Hoffenheim

„Ich denke, es passt zwischen mir und Hoffenheim. Bei der Mannschaft scheint es derzeit eine Blockade zu geben. Ich werde nun versuchen, eine bestimmte Lockerheit in die Truppe zu bekommen“, kündigte der erfahrene Trainer an.

Die krisengebeutelten Kraichgauer stehen nach einer Talfahrt mit nur sechs Punkten aus den ersten zehn Spielen auf dem vorletzten Tabellenplatz. Die TSG hatte am Freitagabend mit dem 0:1 gegen den Hamburger SV erneut den ersten Heimsieg verpasst. Dabei machte die Mannschaft einen völlig verkrampften Eindruck.

Gisdols Vertrag läuft noch bis zum 30. Juni 2018. Der 46-Jährige, bei Schalke einst Assistenztrainer von Stevens, hatte sein Amt im April 2013 zusammen mit Sportchef Alexander Rosen angetreten und den Club vor dem Abstieg bewahrt.

Hopp entzieht Gisdol das Vertrauen

Der mächtige Mäzen Dietmar Hopp entzog Gisdol wie erwartet endgültig das Vertrauen. Bereits in der vergangenen Woche hatte sich der Milliardär und Gesellschafter mit den Spielern Kevin Volland, Pirmin Schwegler und Eugen Polanski zum Krisengespräch getroffen. Gisdol und Sportchef Alexander Rosen waren dabei außen vor geblieben.

Mit Rosen gab es am Samstag ein Gespräch, allerdings ohne offizielles Ergebnis. Der Direktor Profifußball hatte bereits am Freitagabend erklärt, dass er seine Zukunft nicht an die des Chefcoaches gebunden sieht. Rosen soll im Amt bleiben, damit das sportliche Vakuum nicht zu groß wird.

Für den 61-jährigen Stevens ist Hoffenheim bereits die achte Station in der Bundesliga nach zweimal Schalke 04, Hertha BSC, 1. FC Köln, Hamburger SV und zuletzt zweimal VfB Stuttgart. Sein Vertrag bei den Schwaben war im Sommer nicht verlängert worden. Der VfB holte Alexander Zorniger, der mit dem Hoffenheimer Landesrivalen ebenfalls im Abstiegskampf steckt.

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