Das Kapitel Markus Weinzierl und VfB Stuttgart ist Geschichte. Foto: Getty

Vier Spieltage vor Schluss setzt der VfB Stuttgart im Kampf gegen den Abstieg noch einmal auf einen neuen Impuls: Trainer Markus Weinzierl muss nach der peinlichen 0:6-Niederlage in Augsburg seinen Hut nehmen. Die Interimslösung kommt aus dem eigenen Stall.

Stuttgart - Markus Weinzierl ist nicht länger Trainer des VfB Stuttgart. Das gab der Club nach der peinlichen 0:6-Niederlage in Augsburg noch am Samstagabend bekannt. Kurz danach fuhr der Coach um 21.52 Uhr vom Clubgelände. Seine letzten Worte als VfB-Trainer: „Ich wünsche dem Verein alles Gute.“

Ihm folgt bis Saisonende der bisherige U-19-Coach Nico Willig.

„Wir haben mehrfach betont, dass es unser klarer Wunsch war, die Saison mit Markus Weinzierl und dem Trainerteam zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. Nach dem überaus enttäuschenden Spiel in Augsburg sind wir aber zu der Überzeugung gekommen, dass wir die Situation neu bewerten müssen und ein klarer Schnitt zwingend notwendig ist, um den Ligaverbleib zu schaffen“, sagte Sportvorstand Thomas Hitzlsperger, „wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht, letztlich steht aber der Erfolg des VfB über allem und dementsprechend mussten wir handeln.“

Der Sportvorstand zieht damit vier Spieltage vor Schluss die Reißleine. Zu dürftig waren die jüngsten Auftritte des Tabellen-16., zu ernüchternd die Ergebnisse. Beim Spiel in Augsburg kulminierte schließlich die Misere einer ganzen Saison in drastischer Art und Weise.

Schlechteste Bilanz aller VfB-Trainer

Mit 15 Niederlagen in 23 Spielen und nur 0,7 Punkten im Schnitt weist der 44-jährige Weinzierl eine verheerende Bilanz auf. Es ist die schlechteste, die ein VfB-Coach je hatte. Nur Armin Veh bei seinem zweiten Engagement in Stuttgart 2014 kam auf die gleich schlechte Punkteausbeute. Damit vollziehen die Stuttgarter bereits die zweite Trainerentlassung der laufenden Saison. Nach dem siebten Spieltag und einer 1:3-Niederlage in Hannover musste Tayfun Korkut vorzeitig gehen.

Mit dem neuen Trainer versucht der strauchelnde Traditionsclub noch zu retten, was zu retten ist. Vier Spiele bleiben ihm Zeit, um den VfB wenigstens in die Relegation zu führen. Seine Premiere auf der VfB-Bank hat Willig am kommenden Samstag (18.30 Uhr) im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach.

„Nico Willig hat in den vergangenen Jahren im Nachwuchsbereich des VfB sehr gute Arbeit geleistet und hat sich sofort dazu bereit erklärt, dem VfB in dieser schwierigen Situation zu helfen“, sagt Hitzlsperger über den neuen Mann, „er ist nach unserer Überzeugung in der Lage, schnell für neue Impulse zu sorgen und mit der Mannschaft den Klassenverbleib zu schaffen.“

Mit Weinzierl verlassen auch dessen Assistenten Wolfgang Beller, Thomas Barth und Halil Altintop den Verein.

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