In der Nacht auf Freitag hat die Polizei Spuren gesichert. Foto: 7aktuell.de/Simon Adomat

Gerichtsmediziner haben den Leichnam eines Neugeborenen untersucht, der in der vergangenen Woche in Welzheim entdeckt worden war. Eine Todesursache steht noch immer nicht fest.

Welzheim - Noch immer herrscht keine Klarheit über die Todesursache: Das Schicksal des Babys, das am Donnerstagabend leblos auf einer Wiese am Welzheimer Ortsrand (Rems-Murr-Kreis) gefunden wurde, gibt der Polizei weiter Rätsel auf. „Die Obduktion konnte die Todesursache nicht zweifelsfrei klären“, sagt der Polizeisprecher Ronald Krötz.

Es seien nun weitere Untersuchungen nötig. Diese könnten noch einige Zeit dauern und sollen klären, ob das Kind tot zur Welt gekommen ist, ob es auf der Wiese zurückgelassen wurde und dann starb – oder ob ihm womöglich unmittelbare Gewalt angetan wurde. Von den unbekannten Eltern des Kindes fehlt nach wie vor jede Spur.

Das Baby war schon geburtsreif – anders als zunächst vermutet

Eine Erkenntnis der Rechtsmediziner ist allerdings, dass das Baby schon weiter entwickelt war als zunächst von der Polizei angenommen. „Vom Entwicklungsstand her war der Säugling ausgetragen und reif zur Geburt – also nicht erst im siebten oder achten Schwangerschaftsmonat“, erklärt Krötz.

Ein Spaziergänger hatte am Donnerstagabend das tote Neugeborene in der Nähe des Kreisverkehrs bei der Bockseiche entdeckt. Die Polizei sperrte das Gelände bis zum Tag darauf ab und sicherte Spuren. Dabei wurde sie von der Feuerwehr unterstützt, die das Gelände ausleuchtete.

Wer kennt eine Frau ohne Baby?

Der öffentliche Zeugenaufruf der Polizei hat laut Krötz zwar einige Hinweise gebracht, eine heiße Spur scheint sich jedoch nicht ergeben zu haben. Nach wie vor hoffen die Ermittler, dass jemand an der beliebten Spazierstrecke ein geparktes Auto beobachtet haben könnte – oder verdächtige Personen, die sich dort aufgehalten haben. „Die Rechtsmediziner wollten sich nicht festlegen, wie lange das Baby schon tot ist“, so Krötz. Deshalb könnten auch Beobachtungen relevant sein, die ein paar Tage vor dem besagten Donnerstag gemacht worden sind.

Nach wie vor ist auch nicht bekannt, wann und wo das Kind zur Welt gekommen war. Die Polizei versucht aber nicht nur wegen der womöglich vorliegenden Straftat, die Mutter des Kindes zu finden: Möglicherweise braucht auch die Frau selbst Hilfe. „Die große Frage ist natürlich, ob jemand eine Frau kennt, die vor kurzem schwanger war, es jetzt nicht mehr ist, aber trotzdem kein Baby hat“, sagt Krötz. Die Polizei hoffe nun auch auf medizinisches Personal, dem Ähnliches aufgefallen sein könnte.

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